WINDKRAFt

Zu unserem Bericht "Zufriedene Befürworter, sprachlose Gegner" (TV vom 9. Mai) schreibt dieser Leser:

Mit großem Entsetzen verfolgte ich die Sitzung des Verbandsgemeinderates Kelberg in Bongard. Sieben der zwölf noch abstimmungsberechtigten Mitglieder waren sich offensichtlich bereits vorab darüber einig, dass im Rahmen dieser Sitzung die Grundlage für den größtmöglichen Ausbau der Windkraft in der Verbandsgemeinde Kelberg gelegt werden soll. So wurden sämtliche Anträge der Kritiker dieser massiven Windkraftpläne - waren sie auch noch so fundiert - mit sieben Gegenstimmen bei fünf Ja-Stimmen abgelehnt. Unter anderem wurde auch der Antrag von Herrn Werner Ritter, welcher, wie in anderen Verbandsgemeinden bereits praktiziert, ein Bürgervotum vorschlug, bei dem geklärt werden sollte, wie nah die Windräder an die Ortsgemeinden kommen dürfen. Auch dieser Antrag wurde mit eben diesen sieben Gegenstimmen abgeschmettert. Stets unter den sieben Personen befand sich auch der Verbandsgemeindebürgermeister, welcher die Sitzung in meinen Augen parteiisch leitete. Herr Häfner sah sich im Laufe des Nachmittags dazu veranlasst, die Kritiker der Windkraft nicht mehr zu Wort kommen zu lassen, nachdem bereits nach wenigen Wortmeldungen einer der Befürworter - immer schön abwechselnd im Rotationsprinzip - Beschlussfassung beantragte. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde zunehmend deutlich, dass bei diesen sieben Personen für sachliche Argumente kein Gehör zu finden war. Die Inszenierung gipfelte dann bei der Beschlussfassung über den Abstand von Windrädern zum Center Parcs in Gunderath - immerhin der größte Ferienpark in Rheinland-Pfalz. Dieser hatte vorab vielfach vor der Gefahr des Rückgangs der Feriengäste-Zahlen gewarnt. So sind Windräder in einem Waldgebiet geplant, welches unmittelbar an den Center Parcs grenzt und durch das zudem die Geschichtsstraße führt. Weder der Ortsbürgermeister aus Gunderath noch dessen Parteikollege aus meinem Heimatdorf Uersfeld, welches durch die Ausgaben der Touristen in vielfacher Hinsicht vom Ferienpark profitiert, stimmten für eine Erweiterung des Abstands der Windräder zum Ferienpark auf 2000 Meter. Somit haben sie den Bürgern in ihren Heimatdörfern einen wahren Bärendienst erwiesen. Tobias Daniels, Köln