WINDKRAFt

Zur Debatte um die Aufstellung weiterer Windräder in der Vulkaneifel schreibt dieser Leser:

Auf Einladung meines Bekanntenkreises verbrachte ich einen Kurzurlaub in der fränkischen beziehungsweise hessischen Rhön und wurde nicht nur von der Gastfreundlichkeit eines ,,diebischen‘‘ Bergvolkes überrascht. Nein eher von der Tatsache, dass ich keine Windräder sah! Auf meine Frage: Warum gibt es hier keine Windräder?, gab man mir zur Antwort: Das gesamte Rhöngebiet ist ein Unesco-Biosphären-Reservat, und die Aufgabe der Rhönbewohner ist es, diese gegebene Natur zu erhalten und nicht zu zerstören. Darum sehen die Besucher der Rhön keine Windräder. Hätte die Region welche, dann würde sie den Status eines Biosphären-Reservats verlieren. Ebenso die Fördergelder der Länder Hessen/Bayern, des Bundes und der EU. Diese werden strukturell zum Erhalt der Natur, zur Förderung des Fremdenverkehrs, zum Ausbau des Straßennetzes, für nachhaltige Land- und Forstwirtschaft und so weiter, sowie für die Auflagen eines Reservates ausgegeben. Diese Förderung ist perspektivisch gesehen nachhaltiger als eventuelle Einnahmen windbedingter Stromerzeuger. Die Rhönbewohner waren überrascht darüber, dass der Vulkaneifelkreis mit all seinen Maaren sowie Lava-und Basaltbergen keinen Unesco-Status hat und in den Gemeinden Windräder in zwar politisch festgesetzten Abständen zu Naturwundern und menschlichen Siedlungen als Energieerzeuger aus meiner Sicht im Übermaß aufgestellt und selbst die Vulkanberge zur industriellen Ausbeutung freigegeben werden. Persönlich bin ich für die Energiewende! Jedoch mit Augenmaß! Es ist doch sinnvoller, die Windräder an Autobahnen, Bundesstraßen oder in einem Windpark weitab (wie in Bayern: Abstand = zehnmal Windradhöhe) von Mensch und Tier aufzustellen, als diese vor Ort als sichtbare und notwendige Einnahme- und Versorgungsquellen zu verkaufen. Sollten zum Beispiel wie von Prokon geplant sieben 200 Meter hohe Windräder in Sichtweite des Ferienparks in Gunderath bei Uersfeld aufgestellt werden, dann kann man prophezeien: Die Windräder werden Urlauber eher vertreiben als anziehen. Infolge des dann zu erwartenden Leerstandes der Ferienanlage kann man den Center-Parc in Windpark umbenennen und als Mahnmal einer windigen Fehlplanung nutzen. Alfred Schuck, Uersfeld