Winterscheid ist drehbereit

Winterscheid ist drehbereit

Erst Sauerland, jetzt Eifel: Die Dreharbeiten zur Kino-Verfilmung des Romans "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel (der TV berichtete) haben nun auch in Winterscheid begonnen.

Winterscheid. Die erste Klappe fiel vor zwei Wochen im Sauerland, seit gestern wird in der Eifel gedreht: An der Winterscheider Hauptstraße und in der Kapelle entstanden unter der Regie der Schweizer Regisseurin Bettina Oberli die ersten Einstellungen für eine Beerdigungsszene. Spannend ist das vor allem für die Anwohner - nicht erst seit gestern: "Das ist schon seit fünf Wochen spannend hier", sagt Elfriede Reusch, die mit Ehemann Hans unterhalb der Kirche wohnt.

Denn die halbe Hauptstraße ist in dieser Zeit für die Dreharbeiten auf "alt" getrimmt worden; inklusive Misthaufen, Krämerladen, Milchbock und einem Gasthaus, das auf gut bayrisch (die Handlung spielt in Oberfranken) "Zum Hirschen" heißt. Alt - aber irgendwie auch romantisch, findet Elfriede Reusch. Und weil ihr Haus so nah dran ist, spielt es ebenfalls mit: Für die Verfilmung wurde fast die gesamte Front mit Holzscheiten eingekleidet. "Ich hab das Holz selber aufgepackt", erzählt Hans Reusch. "In Bayern haben die das ja oft."

Etwa sechs Wochen lang werde in Winterscheid gedreht, sagt Paula Döring von der Kölner Agentur "Barbarella Entertainment", die für "Tannöd" die Öffentlichkeitsarbeit macht. "So 70 bis 80 Prozent des Films entstehen in der Eifel. Aber nicht alles an einem Stück."

Das erste "Stück" wird vermutlich bis Dienstag kommender Woche dauern. Danach gelten auch keine Absperrungen mehr im Dorf. An den Drehort darf ohnehin niemand - man habe einen geschlossenen "Set" (Drehort), heißt es, damit ungestört gearbeitet werden könne.

Demnächst aber, so wird aus Köln versichert, werde man mehr zeigen und berichten dürfen. Nicht zuletzt über die Schauspieler: Zur Besetzung gehören unter anderem Julia Jentsch, Monica Bleibtreu und Volker Bruch, der in der kommenden Woche auch in "Der Baader-Meinhof-Komplex" zu sehen sein wird. Zu den Kosten wollen sich die Produktionsfirmen Wüste Film West in Köln und die Münchener Constantin nicht äußern. Dass der Film jedoch keine Billignummer werden dürfte, verrät bereits die Beteiligung der Filmstiftung NRW: Sie unterstützt die Produktion mit 800 000 Euro.