"Wir wollen eine kleine Lösung"

"Wir wollen eine kleine Lösung"

PRÜM. Bis zu 1600 Grabstellen können zwischen St.-Josef-Krankenhaus und Kalvarienbergstraße entstehen. Um unnötige Kosten zu vermeiden, werden voraussichtlich zunächst nur gut 500 Beerdigungsmöglichkeiten geschaffen.

Woran es am bisherigen Prümer Friedhof neben der St.-Salvator-Basilika mangelt, ist am Kalvarienberg im Überfluss vorhanden: Platz. Zweieinhalb Hektar umfasst das Waldgelände unterhalb des Kraters, für das sich der Stadtrat bereits im August 2000 in einem Grundsatzbeschluss als zweiten Standort ausgesprochen hatte. Nach Korrekturen am Entwurf zog sich das Bebauungsplanverfahren selbst hin wie Gummi. Zuletzt wurde geklärt, dass für die Holzabfuhr kein zusätzlicher Weg geschaffen werden muss. Die fälligen Beschlüsse zu den Anregungen von Bürgern und Behörden fasste der Rat in seiner Sitzung am Dienstagabend jeweils einstimmig. Die Hauptarbeit ist damit erledigt. Bei der zweiten Offenlage sind erfahrungsgemäß keine größeren Hürden zu erwarten. Schon von Beginn an war von mehreren Bauabschnitten die Rede. Im Lauf der Zeit setzte sich zudem die Erkenntnis durch, dass auch mittelfristig weniger Grabstellen ausreichen. "Wir wollen dort oben eine kleinere Lösung, die weniger Kosten verursacht", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU). Die Bürger bevorzugten den Friedhof neben der Kirche, sofern Platz- und Bodenverhältnisse es zuließen. Deshalb gebe es am zweiten Standort Kalvarienberg voraussichtlich deutlich weniger als 50 Bestattungen pro Jahr. Außerdem nimmt der Anteil der Platz sparenden Urnenbestattungen stetig zu, die auch im verwesungsmüden Boden des zentralen Friedhofs möglich sind. In der Stadt Prüm stieg der Anteil von 21 Prozent (Jahr 2003) auf ein Drittel aller Bestattungen (2004 und 2005). Vor diesem Hintergrund wird möglicherweise im ersten Schritt eine geringere Fläche abgeholzt und erschlossen. Bisher war von 865 Grabstellen die Rede, aktuell sind gut 500 im Gespräch. Nach Schätzungen reicht das mindestens 30 Jahre. Der ehemalige Postbunker kann künftig als Betriebshof für die Pflege des Friedhofs und der Grünflächen dienen. Statt einer kompletten (und teuren) Aussegnungshalle wird die Stadt zunächst wahrscheinlich nur eine Unterstellmöglichkeit schaffen. In vielen Fällen werden die Toten in der Halle auf dem zentralen Friedhof ausgesegnet und anschließend am Kalvarienberg begraben werden.Zufahrt über bestehenden Asphaltweg

Als Zufahrt dient der bestehende asphaltierte Wirtschaftsweg vom Krankenhaus aus, der entsprechend ausgebaut wird. Entlang dieses Wegs werden gut 30 Stellplätze plus eine Wendemöglichkeit geschaffen. Hinzu kommen eine Hand voll weiterer Parkplätze an der späteren Aussegnungshalle. Als Standort dafür ist eine Fläche an einem Wirtschaftsweg vorgesehen, der wie weitere Erschließungswege von der Zufahrtsstraße abzweigt. "Der Bebauungsplan setzt nur den rechtlichen Rahmen. Die genaue Ausgestaltung und die Aufteilung in Bauabschnitte legt der Stadtrat erst später bei der Objektplanung fest", erklärt Verbandsgemeinde-Bauamtsleiter Alfred Hansen. Wann die ersten Bagger am Kalvarienberg rollen, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Weinandy: "Ich bleibe dran. Über die Details werden wir mit Planern, Stadtrat und Arbeitskreis Friedhof ausführlich reden. Wir gehen behutsam Stück für Stück vor."

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