Wird es brütend heiß oder eisekalt?

Wird es brütend heiß oder eisekalt?

Der Klimatologe Burghart Schmidt von der Universität Köln kommt am Freitag, 25. Mai, nach Jünkerath. Er gastiert auf Einladung des Kulturkreises Obere Kyll (KOK), der mit dem Klimaforscher seine Vortragsreihe fortsetzt.

Jünkerath. (red) Die Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt und damit eine Erderwärmung ist derzeit in aller Munde. Jahrhundertsommer 2003, wärmster Winter und wärmster April seit den Wetteraufzeichnungen sind nur einige Schlagworte, die die Menschen zum Nachdenken über das Klima anregen. Orkane wie Kyrill, Abschmelzen der Polkappen und Gletscher, Anstieg des Meeresspiegels, Ausbreitung der Wüsten sind nur einige verheerende Folgen des Klimaumschwungs, vor denen wir die Augen nicht mehr verschließen können. Oder ist dieses Szenario übertrieben und gehen wir einer Kaltzeit entgegen?Mit Burghart Schmidt spricht in Jünkerath ein international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Klimaforschung.Von 1967 bis 1971 studierte er Holzwirtschaft an der Universität Hamburg und promovierte 1977 über dendroklimatologische Untersuchungen an Eichen. Seit 1972 fungiert er als Leiter des Forschungslabors für Dendro - Archäologie und Dendro - Klimatologie an der Universität Köln. Zwischen 1972 und 1985 baute er eine westeuropäische Jahrringchronologie auf der Datenbasis von 10 000 Holzfunden von der Gegenwart bis 6000 vor Christus auf. Sein Forschungsschwerpunkt ist seit 1986 Dendro - Klimatologie, das heißt, die Erforschung des Klimas und damit auch Veränderungen anhand der Jahresringe bei Bäumen. Internationale Forschungsprojekte führten ihn von 1986 bis 1994 nach Nepal und darüber hinaus in die USA, nach Nordirland, Dänemark, Rumänien und China. Auf Einladung der Harvard - Universität (USA) hielt er einen viel beachteten Vortrag, ebenso vor der Akademie der Wissenschaft in Wien und Prag. An die 100 wissenschaftliche Publikationen erschienen von ihm in internationalen Fachzeitschriften. Er ist Herausgeber der Buchreihe "Auf den Spuren alter Häuser", in der bisher sechs Bände erschienen sind. Darunter befindet sich ein Band, in dem Holz aus 91 Häusern der Nordeifel und des Hohen Venns untersucht wurde, dessen Wachstumsmuster in die Klimaforschung eingeflossen sind.Das Thema des Vortrags in Jünkerath lautet: Biologische und historische Aspekte der Klimadiskussion - Bäume als "natürliche Wetterstation".Der Vortrag ist am Freitag, 25. Mai, 19 Uhr im Atrium der Graf Salentin Schule in Jünkerath statt. Der Eintritt kostet fünf Euro. Kinder und Jugendliche zahlen nichts.