Wirtschaftsweg weicht römischer Fernstraße

Im August startet das 12-Millionen-Euro-Projekt: Ausbau der B 51 zwischen Helenenberg und Meilbrück. Im ersten Bauabschnitt steht der kreuzungsfreie Anschluss der L 2 nach Meckel an, für den die B 51 mit Hilfe eines Brückenbauwerks über die Landesstraße geführt wird. Zudem wird der geplante Wirtschaftsweg entlang der Bundesstraße etwas verschoben, um auf einer Länge von 30 Metern eine alte römische Fernstraße zu erhalten.

Bitburg/Meilbrück. Eine ungewöhnliche Hügellandschaft erregt entlang der B 51 zwischen der Tankstelle Meilbrück und der Abfahrt nach Meckel Aufsehen. Dort, wo Anfang August die Arbeiten für den Ausbau der B 51 beginnen (der TV berichtete mehrfach), ist das Landesmuseum Trier aktiv. Gleich neben der Bundesstraße hatten schon die Römer eine Fernstraße angelegt, die Köln mit Trier und darüber hinaus mit Metz und Lyon verband. "Das war eine der bedeutendsten Fernstraßen in ganz Gallien", sagt Grabungsleiterin Sabine Faust, die mit ihrem Team nicht nur etliche Scherben fand, sondern auch eine Münze, anhand derer der weitere Ausbau der mehr als 2000 Jahre alten Straße auf die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts datiert werden kann.

Da die Römer-Straße bei Meilbrück sehr gut erhalten ist, regte sich vor Ort Widerstand gegen den ursprünglichen Plan, das Kulturdenkmal im Anschluss an die Untersuchungen und Vermessungen des Landesmuseums wieder zuzuschütten. "Das römische Straßennetz ist das größte in die Fläche gehende Denkmal, das die Ausmaße des einstigen römischen Reiches zeigt", sagt Bitburgs Stadt-Chef Joachim Streit. Auch Meckels Ortsbürgermeister Johannes Junk wurde in dieser Angelegenheit aktiv und war vor Ort, um auszuloten, ob die Spuren der Römer auf Meckeler Gemarkung nicht doch erhalten werden können. "Wegen des Baubeginns im August war Eile geboten", sagt Junk.

Gaststätte, Parkplätze und nun noch ein Denkmal



Denn zu Beginn des B 51-Ausbaus Anfang August wird als erstes ein Wirtschaftsweg entlang der Bundesstraße angelegt, damit der landwirtschaftliche Verkehr zur Erntezeit nicht durch die Bauarbeiten eingeschränkt wird. Dieser Wirtschaftsweg sollte in der ursprünglichen Planung genau über die einstige Fernstraße führen. Auf die Initiative der Kommunalpolitiker reagierte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier: "In Absprache mit dem Landesmuseum wird der Wirtschaftsweg auf einer Länge von rund 30 Metern verschoben, um die Möglichkeit zu bieten, die römische Straße in diesem Bereich sichtbar zu konservieren", sagt Michael Bartnick vom LBM.

"Ich bin dankbar für die Schnelligkeit, mit der der LBM reagiert hat", sagt Streit. "Alles andere wäre schade gewesen", findet auch Junk. "Das ist eine ganz tolle Sache", ist auch Faust voll des Lobes für die Bereitschaft zum Umplanen. Wie genau das Stück Römerstraße aber konserviert werden soll, wer sich um Hinweisschilder kümmert und wie das Stück Geschichte touristisch vermarktet werden kann, steht noch nicht fest. Doch durch die günstige Lage an der Tankstelle Meilbrück ergibt sich für die Kommunen eine einmalige Chance, dieses Kulturdenkmal zugänglich zu machen: Parkplätze und Gaststätte sind damit schon mal vorhanden. EXTRAAusbau-Start: Am Montag, 4. August, startet der B 51-Ausbau zwischen Helenenberg und Meilbrück. Zunächst entstehen Wirtschaftsweg, Mitfahrerparkplatz sowie eine Brücke für den kreuzungsfreien Anschluss der L 2 Richtung Meckel und Idenheim. Von der Meilbrück bis zum Anschluss Meckel/Idenheim werden die Fahrtrichtungen durch ein Mittelbauwerk getrennt. Gegenüber der Meilbrück entsteht ein Parkplatz, von dem aus es über eine Fußgängerbrücke zur Gaststätte geht. Ab 2009 folgen weitere Brückenbauwerke, ab 2010 entsteht dann die dritte Fahrspur zum wechselseitigen Überholen. (scho)