Witz und Verve im Dienst des Brauchtums

Witz und Verve im Dienst des Brauchtums

Die Theatergruppe aus Feusdorf hat mit ihrer Premiere am Samstagabend einen großen Erfolg gefeiert. Rund 200 Zuschauer verfolgten mit viel Vergnügen, was die Schauspieler da "Alles wegen einer Nacht" auf die Bühne gebracht hatten.

Feusdorf. Lacher beinahe im Minutentakt und viele Überraschungsmomente bereiteten den Zuschauern im Bürgerhaus Feusdorf einen vergnügten Abend, als die Theatergruppe des Brauchtumsvereins ihr neuestes Stück präsentierte.
"Alles wegen einer Nacht" stammt von dem Autor Emil Stürmer, der allerdings von seinem eigenen Werk wahrscheinlich nicht mehr viel verstanden hätte. Denn eigentlich ist das heitere Treiben um die Liebe und eine strittige Wiese in bayrischem Zungenschlag angelegt und wird von den Akteuren in "Eefeler Platt" übertragen.
Was manchem Schauspieler eine größere Umstellung abverlangt. Das Küken des Ensembles, Svenja Cawello, gesteht zum Beispiel offen, Probleme mit dem originär Feusdorfer Zungenschlag zu haben. "Für mich ist das wie eine Fremdsprache" sagt sie. Sie ist die Erste, die aus der seit neun Jahren existierenden Jugend-Theatergruppe zu den "Großen" aufgestiegen ist. Während die anderen Schauspieler ihren Part "us de Lamäng" in Mundart übertragen, muss sie die Texte richtiggehend lernen. Geschult wurde sie dabei von der Regisseurin Susanne Eich sowie ihrer Mutter und Leiterin der Jugend-Theatergruppe, Gudrun Cawello.
Rund 200 Zuschauer verfolgten die Ereignisse um den Großbauern Sebastian Meyer und seinen jungen Gegenspieler Michael Schlösser mit großem Vergnügen. Mit Schwung und vielen überraschenden Ideen hielten die acht Akteure die Handlung in Schwung, so dass keine Langeweile aufkam.
Seit 25 Jahren bemüht sich der Brauchtumsverein Feusdorf mit wachsendem Erfolg, die Bräuche der Altvorderen am Leben zu erhalten. Ein Spross des vielfältigen Bouquets von Aktivitäten ist die Theatergruppe, die alljährlich ein Stück aufführt und dabei schon rund 15 000 Besucher erreichen konnte. "Hier ist eine gute Gegend für Theatervereine", meint der Vorsitzende und Ortsbürgermeister Franz-Josef Hilgers, schließlich befeuern sich in der Gegend rund um Jünkerath fünf Theatervereine gegenseitig und haben sich ein dankbares Publikum geschaffen.
Neben der guten Laune gibt es natürlich auch noch einen Nebeneffekt, denn die Bewahrung der Mundart steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Vereins. "Wir haben doch schon viele Ausdrücke vergessen, die unsere Eltern noch benutzt haben", bedauert Regisseurin Susanne Eich, die gebürtig aus Esch ist. So versuchen die Feusdorfer auch mit ihrer Nachwuchstruppe, die am Sonntag mit dem Stück "Der verschwundene Kaiser" von Klaus-Dieter Theis auf der Bühne des Bürgerhauses standen, den Keim der Mundart auch im Nachwuchs zum Sprießen zu bringen.
Noch allerdings spielen die Nachwuchsschauspieler auf Hochdeutsch. "Das dauert noch ein bisschen, bis ich sie dazu kriege, in Platt zu spielen", meint Gudrun Cawello, die der Jugendabteilung vorsteht. sev

Am kommenden Wochenende wird "Alles wegen einer Nacht" noch zwei Mal aufgeführt. Am Samstag, 21. Dezember, und Sonntag, 22. Dezember, jeweils um 20 Uhr steht die Truppe im Feusdorfer Bürgerhaus wieder auf der Bühne. Karten sind noch erhältlich unter Telefon 06597/3342 oder an der Abendkasse.

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