Wo Beton die Burg belebt

DUDELDORF. (rh) Ganz neue Möglichkeiten: Nach der Restaurierung von Teilen der Burg Dudeldorf blicken die Burgherren in eine viel versprechende Zukunft.

"Das ist eine ganz interessante Kombination. So etwas habe ich ja überhaupt noch nicht gesehen." Dieser Satz der Verwunderung kommt aus dem Mund von Gernot Weber. Der an Kunst interessierte Ingenieur aus Köln steht mit großen Augen vor der Dudeldorfer Burg. Das ist der eine Teil. Er gehört der Gemeinde Dudeldorf, ist komplett restauriert und mit neuem Innenleben versehen. Helle Wände, neue Stein- und Holzböden, Historisches, eingebunden in die Welt aus Glas und Beton, moderne Sanitäreinrichtungen. "Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagt Ortsbürgermeister Reinhard Becker, der bei der offiziellen Eröffnung viele Gäste begrüßt. "Der andere Teil der Burg fasziniert mich ebenso", gesteht Weber. Dort ist alles mehr oder weniger, wie es immer war. In diesem Bereich wohnen und arbeiten Teneka Beckers und Ulrich Schneider mit Kindern. Sie leben in der Burg und halten sie als Ort kultureller Veranstaltungen hoch. Musik, Tanz und Theater finden im Innenhof der Burg und dem Ökonomiegebäude statt. "Angeboten wird, was wir unter dem Begriff ,Moderne Heimatkultur' zusammenfassen", sagt Teneka Beckers. Während hier die Kulturhochburg in allen Variationen zu Hause ist, spiegelt sich im gemeindeeigenen Teil die eher funktionale Seite des Burglebens ab. Die neuen Räume stehen für Trauungen, Seminare, Versammlungen und Feiern zur Verfügung. "Eine interessante Symbiose", wiederholt Gernot Weber seinen Eindruck. Großen Andrang gab es dann beim Tag der offenen Tür am Sonntag vor und in der historischen Anlage: Ein "Minnesänger" zupfte die Laute, dazu trommelten Kinder, am Bierstand versammelten sich Durstige und im restaurierten Burgteil wartete nicht nur ein gigantisches Kuchenbuffett, naturgemäß alles selbst gebacken. Viele Neugierige besichtigten treppauf, treppab die gelungene Neugestaltung der Burg. Zu sehen gab es eine Dokumentation der Bauarbeiten plus Ergebnisse eine Kunstprojekts als kleine Ausstellung im Obergeschoss. Gemütlich ausspannen inmitten des urigen Burggartens und seiner skurrilen Eisenskulpturen konnte man auch. Denn ab sofort hat das Gartencafé jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet: Am Wochenende war dessen Erlös zugunsten des Gemeindeteils der Burganlage vorgesehen. www.burg-dudeldorf.de

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