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Wo Bitburg stillsteht - Was passiert mit den prominenten Brachen in der Innenstadt?

Wo Bitburg stillsteht - Was passiert mit den prominenten Brachen in der Innenstadt?

„Die Gespräche laufen“ schallt es viermal durch den Telefonhörer. Beim fünften Investor gibt es gar keine Antwort. Bitburgs ewige Brachen – an vielen Stellen in der Innenstadt herrscht Stillstand. Wo es im Jahr 2013 noch nach Lösungen aussah, ist heute immer noch nichts passiert. Was sagen die Eigentümer? Wo liegen die Probleme?

Alte Volksbank am Bedaplatz: Einige kennen das Gebäude unter dem Namen "alte Volksbank". Dabei wurde die Volksbank im Karenweg bereits im Jahr 1983 geschlossen. Der Privatinvestor Heinrich Schilt hat das Gebäude vor zehn Jahren gekauft. Vor allem der hintere Teil des Gebäude ist in einem miserablem Zustand und verfällt immer weiter. "Das Gebäude ist nicht in diesem Zustand gewesen, als ich es gekauft habe", sagt Schilt. Dass dort vieles zerstört wurde, dafür könne er nichts. Eigentlich sollte das Gebäude abgerissen und für eine neue Straßen-Anbindung des Bedaplatzes genutzt werden, die im Zuge des Baus der Bit-Galerie kommen sollte. Nach drei Jahren fielen die Pläne schließlich ins Wasser. "Das ist alles ein bisschen unglücklich gelaufen", sagt Schilt. Das Gebäude soll jetzt verkauft werden und es sei gerade ein Makler dran. "Ich habe mit dem Geld, dass ich habe, andere Pläne als dieses Gebäude zu renovieren", sagt Schilt.

Altes Aldi-Gebäude: Die Stadt hat dieses Grundstück am Bedaplatz im Jahr 2006 für 360.000 Euro gekauft. Bisher gab es zur Nutzung nur Überlegungen, aber keine konkreten Pläne. Laut Pressesprecher Werner Krämer habe die Stadt das ehemalige Aldi-Gebäude gekauft, um im Bereich der Trierer Straße und dem Bedaplatz eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung zu garantieren. "Bisher fand sich kein Investor, der eine solche Nachhaltigkeit gewährleisten konnte." Dabei gehe es darum einen geeigneten Investor zu finden, der das Grundstück langfristig nutzt. Die Stadt warte auf die Entwicklung der geplanten Bit-Galerie, um dann einen entsprechenden Bebauungsplan zu entwicklen. Außerdem spreche man über eine neue Verkehrsplanung an der Ecke Trierer Straße/Gartenstraße, um für eine bessere Anbindung an die Trierer Straße zum Bedaplatz zu sorgen.

Schotterplatz am Bedaplatz: Vor 15 Jahren wurden an der Gartenstraße Häuser abgerissen. Es gab große Pläne: Kino, Stadthalle, Geschäfte. Dann diente der frei gewordene Raum als Parkplatz, später wurde er mit einem Bauzaun abgesperrt, um eine Wohnanlage zu errichten. Es waren hochwertige Eigentumswohnungen im Gespräch, doch der Schotter blieb. Der Bauzaun ist wieder weg und das Gelände erneut ein Parkplatz. Die Investoren sind ruhig, geradezu stumm. Nach mehreren Anrufen und einer E-Mail war es nicht möglich, mit dem Geschäftsführer der Immobilienagentur Luxbaushaus, zu sprechen.

Kösterhaus im Karenweg: Seit Mitte der 1990er Jahre steht das Gebäude leer. Es gehört der Firma Köster, die mittlerweile ihren Firmensitz im Industriegebiet Auf Merlick verlegt hat. Geplant war eine gewerbliche Nutzung, doch dafür gab es keine Interessenten. Im Jahr 2013 sprach Geschäftsführer Wolfgang Mayer von einem Alternativplan. An dem Gebäude hat sich jedoch weiterhin nichts verändert. "Wir sind noch dran", sagt Mayer, "wenn sie mich in drei Wochen noch mal anrufen, müsste ich mehr wissen." Er wolle momentan nichts dazu sagen. Es habe vorrangig so lange gedauert, weil zu dem Gebäude kein barrierefreier Zugang möglich gewesen sei.

Müller-Flegel-Gelände an der Römermauer: Es war das letzte Autohaus in der Innenstadt. Seit 2008 verkauft das Unternehmen Müller-Flegel seine Autos auf Merlick. Das rund einen Hektar große Grundstück hat der Bauunternehmer Jürgen Kohl im selben Jahr gekauft, seit Mitte 2009 wird es überhaupt nicht mehr genutzt. 2013 sprach er davon, dass die Vorplanungen für das Gelände gemacht seien. Doch verändert hat sich seitdem nichts. Doris Theisen, die Frau des Eigentümers, sagt: "Es gibt weiterhin nichts Konkretes. Es sind Gespräche am Laufen." Es dauere so lange, weil die Fläche so groß sei. "Es ist nicht geeignet, um ein einzelnes Gewerbe anzumelden." Es sei Platz für zwei oder sogar mehr. Und es müsse erst geschaut werden, was die Stadt Bitburg noch braucht.