Wo die junge Straße Falten wirft

Wo die junge Straße Falten wirft

Die B 257 zwischen Bitburg und Irrel soll sicherer werden. Neben zusätzlichen Überholspuren ist in den kommenden Jahren die Errichtung kreuzungsfreier Anschlüsse vorgesehen. Und dann sind da noch die "Bügelfalten" im Bereich der Ortsumgehung Wolsfeld.

Wolsfeld. (uhe) Wen der Weg von Bitburg nach Echternach führt, der muss jetzt für den Rückweg ein paar Hundert Milliliter Treibstoff mehr einplanen als bisher. Denn auf dem B 257-Abschnitt zwischen Bitburg und Wolsfeld wird die Fahrbahndecke erneuert und die Straße zudem etwas verbreitert - was zur Folge hat, dass dort derzeit nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. Und die führt in Richtung Luxemburg (der TV berichtete).

Wer von dort kommend jedoch in Richtung Bitburg will, wird durch Wolsfeld und dann über Meckel zur B 51-Anschlussstelle bei Meilbrück umgeleitet. Von dort aus geht es nach Bitburg.

Wolsfeld hat somit also eine weitere, wenn auch nur vorübergehende Umgehung erhalten, mit der zwar nicht der Ort, dafür aber die eigentliche Umgehung umfahren werden kann. Und mit Blick auf den Fahrkomfort muss das nicht unbedingt ein gravierender Nachteil sein. Denn die vor weniger als zwei Jahren fertiggestellte Umgehung bei Wolsfeld hatte von Anfang an ein paar Tücken, die sich wie Bügelfalten durch das Bauwerk ziehen.

"Schrägverwindungen" nennen das die Planer, und diese Schrägverwindungen entstehen dort, wo das Quergefälle der Fahrbahn von der einen in die andere Richtung wechselt. Notwendig ist das Gefälle, damit das Wasser abfließen und somit gefährliches Aquaplaning verhindert werden kann. Im Bereich der neuen Ortsumgehung ist das insgesamt vier Mal der Fall, und wo das Gefälle wechselt, wissen nicht nur die Planer, sondern das merken auch die Autofahrer. "Die Leute empfinden das als Unebenheit", sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein. Doch letztlich seien diese Verwindungen nicht zu vermeiden. "Wir haben das Problem, dass die Umgehung relativ eben ist", begründet Enders die Notwendigkeit der willkürlich angelegten Falten.

Dass die für den Bau der Umgehung zuständigen Planer des LBM Trier bei der Entwicklung dieser Schrägverwindungen dennoch möglicherweise etwas übereifrig waren, dazu will sich der Chef der Gerolsteiner Behörde nicht äußern, räumt aber ein, dass es durchaus Optimierungsbedarf gebe. Und deshalb plane der LBM Gerolstein, die Bereiche, in denen das Gefälle wechselt, "im Detail umzugestalten".

Die derzeitigen Schrägverwindungen sind "fahrdynamisch gewiss nicht das Nonplusultra", räumt Hans-Michael Bartnick vom LBM Trier ein, doch entsprächen diese den gültigen Richtlinien und würden darüber hinaus den schwierigen topografischen Randbedingungen Rechnung tragen. Es handele sich also weder um einen Planungs- noch um einen Ausführungsfehler, betont er. "Wer sich an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, dem entstehen keine Probleme aufgrund der Schrägverwindungen", sagt Bartnick. Schließlich sei die Umgehung "keine Ersatzstrecke für den Nürburgring".

Extra Umleitung statt Ampeln: Dass der Verkehr im Baustellenbereich in einer Fahrtrichtung umgeleitet und nicht etwa mittels Ampelregelung in beide Fahrtrichtungen ermöglicht wird, liegt nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein daran, dass die Baustelle mit mehr als fünf Kilometern Länge dafür viel zu lang ist. Eine Ampelregelung sei nur bei einer Baustellenlänge von bis zu 300 Metern sinnvoll, da sonst die Rot-Phasen zu lang würden. Um also den Verkehr mittels Ampel zu regeln, müsste die Baustelle in viele kleine Bauabschnitte eingeteilt werden, was nach Aussage des LBM die Bauarbeiten insgesamt deutlich erschweren und verzögern würde. Die zunächst geltende Tempo-30-Regelung war nach Aussage des LBM nur für die Dauer der Fräsarbeiten aus Sicherheitsgründen eingerichtet worden. Nach Abschluss dieser Arbeiten gilt derzeit Tempo 50 im Baustellenbereich. (uhe)