Wo Judas rockt und Händel swingt

Wo Judas rockt und Händel swingt

PRÜM. (bec) Vier Monate haben sie geprobt, nun ist es endlich soweit: Rund 80 junge Sänger und Musiker präsentieren am Sonntag unter der Leitung von Regionalkantor Christoph Schömig das Rock-Oratorium "Eversmiling Liberty" in der Basilika in Prüm.

Chorerfahrung und Liebe zur Jazz- und Rockmusik - das waren die Bedingungen, die Christoph Schömig stellte, als er im Januar Sänger für sein ungewöhnliches Projekt suchte. Etwa 80 Musik begeisterte Menschen fühlten sich durch diesen Aufruf angesprochen, und seitdem laufen die Proben auf Hochtouren. Schömig ist vor allem von der Professionalität begeistert, die die Mitwirkenden dabei an den Tag legten. "Alle haben viel Engagement gezeigt und waren zu den Proben immer sehr gut vorbereitet", lobt er.Sandra Klinkhammer singt von Freiheit und Hoffnung

Die Sänger stehen im Mittelpunkt der Aufführung und runden das Werk als "Halleluja"-Chor in Form einer Jazzfuge ab. Doch auch die Gesangssolisten spielen eine wichtige Rolle: Christof Mann übernimmt den Part des "Judas Maccabäus", Anführer des Aufstands der Israeliten. Die "israelitische Frau" wird von Sandra Klinkhammer gesungen, die den Gedanken an Liebe, Freiheit und Hoffnung ihre Stimme leiht. Geschrieben wurde das Werk in den frühen Neunzigern von den dänischen Komponisten Jens Johansen und Erling Kullberg als Hommage an Georg Friedrich Händel und sein Oratorium "Judas Maccabäus". Die Texte für die Neuauflage wurden zum größten Teil Händels Original entnommen. Und auch musikalische Parallelen zur barocken Musik Händels sind unverkennbar."Pants Devine" frischt barocke Vorlage auf

Ein Blick auf die Art der instrumentalen Begleitung zeigt jedoch den modernen Einfluss in "Eversmiling Liberty" und erläutert gleichzeitig die Bezeichnung "Rockoratorium": E-Gitarre, Piano, Schlagzeug und E-Bass sorgen für den nötigen "Groove". Für diesen Part der Aufführung gewann Schömig Mitglieder der Band "Pants Divine", die sich als Rock-Cover-Band in der Region längst einen Namen gemacht hat. Da ein Großteil des Werks von Jazzmusik untermalt wird, stellte Schömig zudem eine Bläsergruppe zusammen. Auch gibt es ein Violin-Solo. Mit diesen Mitteln schafft das Stück den schwierigen Spagat zwischen der klassischen Vorlage Händels und der modernen Interpretation der beiden Dänen, deren Kombination von Original und zeitgemäßer Jazz- und Rockmusik den Reiz des Stücks ausmacht. So widersprechen sich in "Eversmiling Liberty" weder liturgischer Gesang und Rap, noch Rockmusik und Fuge oder Jazz und Kanon. Das Rockoratorium bildet den Auftakt der Basilikakonzerte 2004. Die Aufführung beginnt am Sonntag, 16. Mai, 17 Uhr, in der Basilika Prüm. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro und für Studenten/Schüler fünf Euro.

Mehr von Volksfreund