Wohnungseinbruch in der Eifel-Gemeinde Wiersdorf: Zwei Autos gestohlen
Wiersdorf · Während die Bewohner im Urlaub waren, haben sich ein oder mehrere Täter auf brutale Art und Weise Zutritt zu ihrem Haus in Wiersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) verschafft. Anscheinend gezielt stahlen sie die Schlüssel der neben dem Haus geparkten Autos und fuhren damit davon. Ein Fahrzeug wurde wieder gefunden, von dem anderen fehlt bisher jede Spur.
"Wir dachten erst, das wäre ein Fake", erzählt Rita Linkels, sichtlich schockiert. In das Haus ihrer Familie in Wiersdorf wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingebrochen. "Wir waren von Donnerstag an im Skiurlaub", sagt Linkels. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seien sie losgefahren - gegen 1.15 Uhr. "Als wir gerade unser Garagentor geschlossen haben, bemerkte ich ein Auto, das langsam die Straße hochgefahren kam. Da habe ich mich schon gewundert um diese Zeit." Ihr Freund habe sie noch beruhigt und gemeint das sei bestimmt die Nachbarin. Sie selbst vermutete den Zeitungszusteller.
Doch am Sonntagnachmittag erreicht Horst Dahm, Linkels Lebensgefährten, eine Nachricht im Urlaub: "Ich habe dein Auto auf einem Feldweg gefunden, festgefahren im Matsch", schreibt ein Freund aus Biersdorf. Die Rede ist von Dahms Firmenfahrzeug, einem Kastenwagen der Marke Renault. Dahm arbeitet selbstständig als Monteur für Photovoltaikanlagen. Später stellt die Polizei fest, dass aus dem Wagen drei Kisten mit Werkzeugen und Maschinen entwendet wurden.
Das Paar glaubt zunächst an einen schlechten Witz, einen Fake. Doch dann werden die beiden stutzig. Sie hatten den Schlüssel nicht im Zündschloss stecken lassen, da waren sie sich eigentlich sicher. Plötzlich ist Linkels klar: "Da war jemand in unserem Haus drin."
Sie habe gleich ihren Exmann angerufen und gebeten, nach dem Haus zu sehen, da er einen Schlüssel habe. Er bestätigt schließlich den schrecklichen Verdacht: In das Haus wurde eingebrochen. "Was ist überhaupt mit meinem Auto", habe Linkels dann ihren Expartner gefragt. Er stellte daraufhin fest, dass auch der blaue Seat Ibiza, Baujahr 1996, nicht mehr neben dem Haus stand, und verständigte gleich am Sonntagabend die Polizei. Wie später die Spurensicherung der Polizei anhand von Fingerabdrücken nachweist, haben der oder die Täter an mehreren Fenstern versucht, sich Zutritt in die Wohnung zu verschaffen. Die Beamten fanden an mehreren Scheiben Spuren, allerdings keine verwertbaren, da die Einbrecher Handschuhe trugen.
Am Wohnzimmerfenster im Erdgeschoss schafften es die Einbrecher schließlich. Horst Dahm vermutet, dass die Täter durch ein gebohrtes Loch im Fensterglas einen Draht einführten und damit den Fensterriegel öffneten. Außerdem verwendeten sie Brandbeschleuniger, um ein noch größeres Loch in die Scheibe zu brennen. "Ein Glück, dass es nicht richtig angefangen hat zu brennen", so Linkels. Glück um Unglück.
Dennoch wiegt die psychische Belastung schwer: "Man fühlt sich dreckig, weil einer in der Wohnung war, den man sonst niemals hereingelassen hätte", sagt Linkels. "Es ist unfassbar. Einfach eklig", ergänzt ihr Lebensgefährte. Außerdem sei es kurios, dass die Diebe nur die beiden Autoschlüssel und ein Glas voller Kleingeld haben mitgehen lassen. Das Paar glaubt an eine organisierte Einbrecherbande. Linkels: "Auf dem Hof vor unserem Haus haben wir mysteriöse Markierungen mit gelber Kreide gefunden. Da haben uns welche ausgespäht."
Was nach dem Einbruch bleibt, ist die Angst: "Ich habe die letzte Nacht nicht schlafen können. Bei jedem Geräusch im Haus schrecke ich auf. Das Licht im Wohnzimmer haben wir angelassen", sagt Rita Linkels. Dennoch werde sie mit ihrem Lebensgefährten und den vier Kindern in dem Haus wohnen bleiben. "Das nächste Mal, wenn wir in den Urlaub fahren, werden wir einen Haussitter engagieren. Irgendjemand, der dann unser Haus bewohnt, während wir weg sind."
Im Gegensatz zu dem Kastenwagen, der auf dem Feldweg gefunden wurde, fehlt laut Polizei Bitburg von dem blauen Seat Ibiza bisher jede Spur. Deswegen bitten die Beamten um Hinweise zu dem Auto mit dem Kennzeichen BIT-RL 297 unter der Telefonnummer 06561/96850.