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Wolsfelder packen kräftig an

Wolsfelder packen kräftig an

Zum 52. Mal laden der Eifelmotorsportclub (EMSC) Bitburg und die Südeifel-Gemeinde Wolsfeld am Pfingst-Wochenende zum traditionellen Bergrennen ein. Für die Bewohner bedeutet das schon in der ganzen Woche vor dem Renntermin an Pfingstsonntag und Pfingstmontag: anpacken und mithelfen.

Wolsfeld. Ein ziemlich großer Bus steht an diesem Montagabend schon an der Nimsbrücke. Dort, wo spätestens ab Samstag die Hänger und Servicezelte der Rennfahrer ihren Platz haben werden. Die knallrote Aufschrift lädt zwar wörtlich zum "links überholen" ein, aber mit dem Bergrennen hat das nichts zu tun. Das EU-Wahlkampfgefährt des örtlichen SPD-Ortsvereins ("Nach Europa mit Martin Schulz") wird aber - da sind wir uns sicher - bis zum Rennbeginn auch verschwunden sein.Das Festzelt steht schon



Nur einen Steinwurf entfernt davon ist das Festzelt für das Renn-Wochenende schon aufgebaut. EMSC-Chef Christoph Schackmann, Rennleiter Günter Hoor, dazu viele unermüdliche Helfer, darunter wie jedes Jahr die Mitglieder der Familie Hoffmann, haben sich dort zur ersten Lagebesprechung und zum Arbeitseinsatz versammelt.

Es gilt, jede Menge Reifenstapel, die außerhalb des Dorfes über das Jahr hinweg fein säuberlich gelagert werden, an die Rennstrecke zu schaffen und dort an den Leitplanken, an Schildern, und in den engen Spitzkehren zu befestigen.
Oben in Wolsfelderberg, warten schon arbeitswütige Helfer auf die "Fuhre von der Bodenstation". Die Brüder Björn und Timo Hoffmann fahren die ersten riesigen Stapel auf der jetzt noch nicht abgesperrten Rennstrecke nach oben. Seit Jahren machen sie das schon. "Urlaub nehmen in der Woche vor dem Rennen ist üblich." So wie sie machen es viele Angehörige von Vereinen und andere hilfsbereite Anwohner des Ortes. Sportverein und Feuerwehr organisieren die Parkplatzbelegung auf den Nimswiesen, die vor allem bei "Sauwetter" ein ziemlicher Graus ist. Im Festzelt läuft ohne die Angehörigen von Kirchenchor oder Frauengemeinschaft nichts.Wettkampf lockt viele Gäste


Ortsbürgermeister Heinz Junk, weiß, was er an den Leuten aus dem Dorf und natürlich auch am Rennen hat. "Das Rennen bringt uns jedes Jahr viele Gäste und Besucher. Es ist quasi unser Aushängeschild. Aber es ist bei weitem nicht selbstverständlich, dass die Tage rund um Pfingsten, der gesamte Auf- und Abbau von so vielen freiwilligen Helfern immer wieder bewältigt werden. Das zeichnet unsere Dorfgemeinschaft aus." Der Montagabend war nur der Auftakt einer arbeitsreichen Woche, aber auch so etwas wie Vorfreude ist aus den Gesichtern der Leute zu lesen. Vieles ist eingespielt, geht Hand in Hand. "Rund 2500 Reifen, alle in 500 Stapeln fest zusammengezurrt, müssen zu Sicherheitszwecken an der rund 1600 Meter langen Strecke befestigt werden", weiß Günter Hoor, der den Helferinnen und Helfern von Wolsfeld ein dickes Kompliment macht. "Die Leute hier sind unglaublich."
Viele Anwohner warten schon auf die rund 180 Rennfahrer und ihre Mechaniker, Schrauber, Freunde und Fans. Nur einen Steinwurf entfernt vom Start in der Holsthumer Straße wird das Fahrerlager aufgebaut. Dort herrscht an Pfingsten reges Kommen und Gehen. Wohnmobile, Zelte, Unterstände, mobile Werkstätten. Aber auch dem Umweltgedanken wird Rechnung getragen. "Jedes Fahrzeug muss auf einer Flüssigkeits-undurchlässigen Plane stehen, damit kein Öl im Erdreich versinkt. Jeder Fahrer erhält Müllbeutel, für die ein Container bereit steht", erläutert der Rennleiter. Fässer für die Ölentsorgung, die der EMSC Bitburg an entsprechende Dienstleister weiter gibt, stehen ebenso bereit wie mobile Toiletten im Fahrerlager oder an den großen Zuschauerzonen.
Für die Wolsfelder aber gilt noch bis zum ersten Motorengedröhn am Sonntagmorgen das Motto des alten Geier-Sturzflug-Hits: "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt."