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Wütend, aber nicht nachtragend

Wütend, aber nicht nachtragend

Er wütete in ganz Europa und richtete querbeet Schäden in kaum zu beziffernder Höhe an. Auch durch die Wälder der Eifel rauschte der Orkan, der unter dem Namen "Kyrill" Berühmtheit erlangte. Heute vor einem Jahr befanden sich die Feuerwehren des Eifelkreises in Alarmbereitschaft.

Bitburg-Prüm. 18. Januar 2007. Der Orkan "Kyrill" erreicht Deutschland. Das Tiefdruckgebiet, aus dem er sich entwickelt hat, ist bereits am 15. Januar über Neufundland entstanden, um danach sein Unwesen zunächst über der Nordsee zu treiben. Die deutsche Küste und das Festland erreicht er am Morgen des 18. Januar, ab dem Mittag tobt sich "Kyrill" auch in der Eifel aus. Mehr als 2 Millionen Festmeter Holz bringt der Orkan allein in Rheinland-Pfalz zur Strecke. Geschädigt werden besonders alte Fichtenbestände in den Hochlagen von Hunsrück, Eifel und Westerwald. Allerdings sind die Schäden, die "Kyrill" im Wald anrichtet, nicht mit denen der Stürme "Vivian" und "Wiebke" zu vergleichen. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt ein Jahr danach der Leiter des Forstamts Prüm, Peter Wind. Zwar sei der Einschlag mit knapp 100 000 Festmetern im Prümer Land durchaus hoch gewesen, gleichwohl habe zu dieser Zeit eine hohe Nachfrage nach Holz bestanden. Laut Peter Wind war das Schadbild in den Wäldern rund um Prüm "zertreut". Überall habe es Windwurf gegeben, aber nur in den wenigsten Fällen seien große Flächen betroffen gewesen. Einige Waldbesitzer hätten jedoch starke Verluste beklagen müssen, weil das gefalleneHolz noch nicht die optimale Fällreife erlangt gehabt habe, also noch zu jung gewesen sei, erklärt Wind.Feuerwehren hatten ale Hände voll zu tun

Wesentlich ruhiger zu ging es in den Revieren der Förstämter Bitburg und Neuerburg. "Nur" 6000 Festmeter legte "Kyrill" im Bereich des Forstamts Bitburg flach, und wie bei den Kollegen in Prüm waren dort alle Schäden bis zum Sommer bereits aufgearbeitet, teilt der stellvertretende Forstamtsleiter Karl-Heinz Heyne mit. "Wir sind sehr sehr glimpflich davongekommen", berichtet Neuerburgs Forstamtschef Michael Nuhn. Lediglich im Raum Daleiden und Dahnen habe der Orkan merklich gewütet. Dort habe "Kyrill" rund 20 000 Festmeter Holz zur Strecke gebracht, berichtet Nuhn.Alle Hände voll zu tun hatten natürlich die freiwilligen Feuerwehren und die Mitarbeiter der Straßenmeistereien. Schon am Vormittag hatte die Polizei fast im Minutentakt umgestürzte Bäume registriert. Unter anderem stürzte ein Baum auf den Einfriedungszaun des Flugplatzes Spangdahlem und beschädigte diesen derart, dass ungehindertes Eintreten auf das Areal möglich war. Während die ersten kurzzeitigen Stromausfälle in Idenheim, Orenhofen und Bitburg-Mötsch bekanntwurden und Flüsse und Bäche im Kreisgebiet bedrohlich anschwollen, jagte der Orkan an einer Baustelle zwischen Meckel und Wolsfeld am frühen Nachmittag etliche Verkehrszeichen über das Gelände. Genau beobachtet wurden die Pegel von Prüm und Sauer. Bis zum Abend war der Sauerstaden bei Bollendorf noch befahrbar, der Pegel allerdings bedrohlich angewachsen. Ein Jahr nach "Kyrill" sind die Schäden längst behoben. Besonders erfreulich bleibt, dass Menschen an diesem Tag nicht ernsthaft zu Schaden gekommen sind. Michael Nuhns Zusammenfassung für das Neuerburger Forstamt trifft deshalb auf die Gesamtlage zu: Alle sind am Ende glimpflich davongekommen. Mehr zum Thema: