Wunschkonzert für den Beda-Platz

Wunschkonzert für den Beda-Platz

Parkplätze sind wichtig. Bitburgs Beda-Platz ist für viele die zentrale Anlaufstelle, um das Auto in der Innenstadt abzustellen. Aber Parkfläche könnte auch unter der Erde entstehen. Dann ließe sich der Platz schöner gestalten, finden vier von sechs Stadtratsfraktionen. Grüne und SPD schlagen einen runden Tisch vor.

Bitburg. Melodien für Millionen. Schön könnte es sein. Aber Stadtpolitik ist natürlich alles andere als ein Wunschkonzert, bei dem ein Kessel Buntes geboten wird. In Sachzwänge eingepfercht und mit einem Berg Schulden auf dem Buckel ließe sich eher verzweifeln, als Träume zu spinnen. Und dennoch sind Wünsche das, was letztendlich auch die nüchterne Politik vorantreibt.Andere Debatte vor 40 Jahren


Zugegeben: Es braucht etwas Phantasie. Aber der Beda-Platz, mitten im Zentrum gelegen, könnte mehr sein als eine Fläche, auf der Auto an Auto parkt. Der Platz, darin sind sich die Fraktionen des Stadtrats einig, wird weit unter seinen Möglichkeiten genutzt. Ideen haben die Kommunalpolitiker durchaus (siehe Text unten). Realistisch aber verweisen sie darauf, dass die Realisierung der meisten Wünsche abhängig ist von Investoren.
Ein Vorschlag, den SPD und Grüne unabhängig voneinander machen, ist der eines runden Tisches. "Ein Gespräch mit Grundstückseigentümer, Stadtplanern, potenziellen Investoren, Verwaltung und Politik wäre ideal, um Perspektiven für den Beda-Platz gemeinsam zu erarbeiten", sagt Stephan Garçon (SPD). So sieht es auch Peter Berger (Grüne), der zudem mit Willi Notte (Liste Streit) moniert, dass ein Gesamtkonzept für den Platz fehlt.
Dass der Platz vor allem ein Parkplatz ist, stellt heute kaum einer infrage. Dabei gab es in den 70er Jahren, als Haus Beda und Kreissparkasse gebaut wurden, auch die Idee, den Platz, der ein ordentliches Gefälle hatte, nicht aufzuschütten, sondern stattdessen eine Tiefgarage zu bauen. Der FDP-Rat Josef Conrady, der damals für diesen Vorschlag plädiert hat, soll damals recht spöttisch entgegnet worden sein: "Woher sollen denn all die Autos kommen, die darin parken?"
400 Stellplätze gibt es auf der Fläche von 6000 Quadratmetern, die der Kreissparkasse gehört. Werktags werden diese auch rege genutzt. Die Autos sind also gekommen. Aber abends und am Wochenende ist das große graue Pflaster leer. "Von einem historischen Fehler" spricht Notte mit Blick auf die Entscheidung gegen eine Tiefgarage. Ähnlich sieht es Marie-Luise Niewodniczanska (FDP), die sagt: "Natürlich gehören die Autos eine Etage tiefer."
Auf dem Platz könnte es grün sein. Bäume, Beete, Bänke - eine Oase zum Wohlfühlen, gesäumt von hochwertigen Geschäften.
Mit Blick auf einen kleinen Park ließen sich auch die Brachen ringsum besser vermarkten. Dass vor 40 Jahren auf eine Tiefgarage verzichtet wurde, bedauern auch Manfred Böttel (FBL) und Michael Ludwig (CDU): "Ich fürchte, dass die Chance dazu nun vertan ist." Berger gibt hingegen zu bedenken, dass der Eifeler nicht gerne unter der Erde parkt: "Das zeigt ja die leere Tiefgarage am ZOB." Zwar sei es gut, dass am Beda-Platz geparkt werden kann: "Aber auch ein Parkplatz lässt sich schöner gestalten."Extra

Berthold Steffes (46), Leiter des Bauamts der Stadt Bitburg: Gefällt Ihnen der Beda-Platz? Steffes: Der Beda-Platz ist der größte Parkplatz in Bitburg und eine zentrale Anlaufstelle für den Verkehr rund um die Innenstadt. Parken im größeren Umfang wird meiner Ansicht nach am Beda-Platz immer möglich sein müssen. Die Missstände sind: Der Platz ist fast vollständig versiegelt, kaum gestaltet und begrünt und stellt somit eine Beeinträchtigung des Gesamtbildes dar. Ein Gesamtkonzept muss entwickelt werden. Was könnte die Stadt machen, um etwas Aufschwung in die stockenden Projekte rund um den Beda-Platz zu bringen? Steffes: Die Öffnung der Garten- und Bedastraße in beide Richtungen könnte eine Initialzündung sein. Das würde die Gartenstraße aufwerten und der Entwicklung des ehemaligen Aldi-Gebäudes, das die Stadt gekauft hat, sowie der Entwicklung des Grundstücks der Firma Luxbauhaus einen Schub geben. Was würden Sie sich für den Beda-Platz wünschen? Steffes: Ich würde mir wünschen, dass sich das Umfeld um den Beda-Platz zu einem Handelsschwerpunkt in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone entwickelt. Es ist ein erhebliches Potenzial an untergenutzter baulicher Substanz und untergenutzter Flächen vorhanden. Ließe sich nicht auch unter der Erde für Parkplätze sorgen? Steffes: Wir brauchen insgesamt ein Parkraumkonzept, in dem analysiert wird, wo wir Bedarf haben, wo wir Flächenpotenzial haben und wie wir dieses Potenzial nutzen wollen. Denkbar wäre auch, am Beda-Platz statt am Annenhof in Parkraum zu investieren. Das sind alles Möglichkeiten, die im Rahmen einer umfassenden Betrachtung durchdacht werden müssen und da wären wir wieder bei dem Gesamtkonzept. scho