Wurzeln in der Eifel, Blick in die Welt

Wurzeln in der Eifel, Blick in die Welt

Vom ersten Beigeordneten zum Bürgermeister: Klaus Juchmes möchte bei der Wahl am 28. Februar die Nachfolge von Patrick Schnieder antreten und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld werden. Der TV hat ihn zuhause besucht.

Waxweiler. "Ich bin ein sehr geselliger Mensch, ich wollte auch immer einen Beruf haben, bei dem ich mit anderen Menschen zusammen bin", sagt Klaus Juchmes. "Schon wenn ich als Kind Hausaufgaben gemacht habe, habe ich mich in die Gaststätte meiner Eltern gesetzt und da die Aufgaben gemacht." Deshalb sei früh klar gewesen, dass nur ein Beruf infrage kommt, der ebenfalls mit Menschen zu tun hat.

Nach dem Abitur in Prüm und zwei Jahren bei der Bundeswehr studierte Juchmes in Bonn auf Lehramt. Nach einer Zeit an der Hauptschule in Waxweiler wurde ihm schließlich die Leitung der Grundschule in Lützkampen anvertraut. "Diesen Schritt habe ich nie bereut, und wollte später auch nie weg, als man mir eine andere Stelle angeboten hat", sagt Juchmes.

Eine große Leidenschaft ist der Sport, besonders der Fußball. Bis eine schwere Knieverletzung seine aktive Zeit beendete, spielte er in der ersten Mannschaft des SV Waxweiler. Außerdem engagierte er sich als Jugendleiter und baute auch die Leichtathletikabteilung des Vereins auf. "Überhaupt bin ich ein Vereinsmensch, ich bin in Waxweiler in eigentlich fast allen Vereinen", sagt Juchmes.

Mit dem Sport verbunden ist auch eine der schönsten Phasen in seinem Leben: die Olympischen Spiele 1972. Damals war er noch bei der Bundeswehr, für die er sich für zwei Jahre verpflichtet hatte. Doch für die Zeit wurde er freigestellt und durfte in München für die Pressestelle der Spiele arbeiten. Sein Chef damals: der Fernseh-Moderator Robert Lembke ("Was bin ich?"), der für die weltweite Rundfunk- und Fernseh-Übertragung der Sportveranstaltungen zuständig war. "Aber so richtig viel hatten wir damals nicht zu tun, sodass ich viele der Wettbewerbe besuchen konnte. Das war ein echtes Highlight", sagt Juchmes.

Um abzuschalten und seinen Akku wieder aufzuladen, reist der 58-Jährige gerne in die weite Welt, doch Hotelburgen und Pauschalurlaube sind ihm ein Graus. Viel lieber ist er auf eigenen Pfaden unterwegs, um Land und Leute direkt kennenzulernen. "Besonders die Länder rund um den Äquator haben es mir angetan", sagt Juchmes. Dennoch ist er fest in der Eifel verwurzelt, war nie länger weg. Selbst während des Studiums in Bonn war er die meiste Zeit hier. Oft auch, um zu arbeiten, denn sein Studium hat er sich selbst verdient. Meist mit Jobs im Straßen- und Tiefbau. "Ich hab mich da wohlgefühlt", sagt Juchmes. Die harte Arbeit sei auch ein guter Ausgleich zum Studium gewesen. Jetzt bewirbt er sich darum, als Bürgermeister die Verbandsgemeinde Arzfeld zu leiten. Ebenfalls ein hartes Stück Arbeit, aber damit ist er ja vertraut. EXTRA Klaus Juchmes, 58, ist in Gesotz geboren und dort aufgewachsen. Nach dem Abitur in Prüm, wo er auch ins Internat geht, verpflichtet er sich für zwei Jahre bei der Bundeswehr und leistet seinen Dienst bei den Fernmeldern in Gerolstein. Nach dem Studium in Bonn wird er Lehrer und übernimmt als 38-Jähriger die Leitung der Grundschule in Lützkampen. Daneben engagiert er sich in der CDU und ist seit 20 Jahren Bürgermeister von Waxweiler. Privat ist er seit sieben Jahren mit seiner Frau Maria, einer Inderin, verheiratet. (ch)

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