1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Yvonne Pferrer und Jeremy Grube sind für Plant-My-Tree in Utscheid.

Umwelt : Stars pflanzen Bäume in Utscheid

In der Eifel haben zwei Kölner Fernsehdarsteller für die Initiative Plant-My-Tree hunderte Bäume gepflanzt.

Meistens veröffentlichen Yvonne Pferrer und Jeremy Grube auf Instagram perfekt inszenierte Reisefotos. Surfen auf Guadeloupe oder mit dem Van durch den Balkan. Hauptsache am Meer. Doch jetzt stehen die Fernsehdarsteller und Social-Media-Bekanntheiten mit ihren Gummistiefeln knietief im Schlamm am Rande von Rußdorf-Utscheid in der Eifel und pflanzen Bäume. Jeremy drückt mit beiden Händen einen Erdbohrer in den Boden. In das Loch steckt seine Freundin Yvonne Pferrer einen Baumsetzling und füllt es mit Erde auf, die sie leicht festdrückt. Es nieselt, doch die beiden wirken glücklich.

„Es macht Spaß, wie man hier jeden einzelnen Baum selber einpflanzt“, sagt Pferrer. Es sei besser als Schminktipps zu geben. Grube sagt, man dürfe nicht nur über Dinge reden, sondern müsse handeln und etwas für die Umwelt und den Klimaschutz machen. Im vergangenen Jahr haben sie in Thailand von Schiffen und Fischernetzen verletzte Schildkröten aufgepäppelt. Grube spendet, so sagt er, von jedem verkauften Exemplar seines Taschenkochbuches „Reisehunger“ ein paar Euro für ein Trinkbrunnenprojekt in Afrika. „Wir müssen uns selber im Alltag verbessern“, sagt Pferrer.

Die beiden 25-Jährigen kennen sich von der RTL II-Realityserie „Köln 50667“, einem Ableger von „Berlin – Tag & Nacht“. Dort waren ihre Charaktere ein Paar und so wurden sie es auch im wahren Leben. Pferrer spielt gerade bei der RTL-Serie „Der Lehrer“ mit und Grube produziert sein erstes Musik-Album. Die Bäume an diesem Tag pflanzen sie für die Initiative Plant-My-Tree. Gründer Sören Brüntgens, 53, ist begeistert. „Das gab es noch nicht, dass freiwillige Helfer so mitarbeiten“, sagt er. Das Grundstück hier hat er gekauft. 2000 Bäume pflanzen er und seine Helfer an drei Tagen.

Brüntgens ist jemand, der gerne anpackt. Früher hat er als Abrissunternehmer gearbeitet und professionell Wohnungen entrümpelt. Seit einem Jahr widmet er sich hauptberuflich seiner Firma Plant-My-Tree. „Das Waldsterben hat mich schon in den 80er-Jahren beschäftigt.“ Schon lange wollte er sich für den Klimaschutz engagieren. Er schloss Öko-Stromverträge ab, fuhr ein umweltbewusstes, kleines Auto, aber das reichte ihm nicht. „Dann kam ich auf die Idee, ich pflanze jetzt Bäume und dann habe ich mir in Remscheid ein zwei Hektar großes Grundstück gekauft und dort die ersten 2000 Eichen, Buchen und Ulmen gepflanzt.“ Eines Tages drückte ihm ein Unternehmer 100 Euro in die Hand und sagte, ich solle von dem Geld in seinem Auftrag Bäume pflanzen. Die Sache spricht sich herum, und seitdem jeden Tag vom Klimawandel in der Zeitung zu lesen ist, wurde sein Engagement bekannter und bekannter. Mittlerweile kaufen nicht nur Privatleute für 15 Euro einen Baum, sondern es melden sich auch Großunternehmen bei ihm und spenden große Summen. Vergangene Woche erst habe ein internationaler Automobilkonzern in Auftrag gegeben, 100 000 Bäume zu pflanzen. „Inzwischen rufen große Firmen an und wollen gar nicht mehr einfach nur spenden. Die geben ihren Mitarbeitern zwei, drei Projekttage frei und das Management selbst kommt auch mit, um dann tagelang eigenhändig Bäume zu pflanzen.“

Rund 250 000 Bäume haben Brüntgens und sein Team schon gepflanzt. Er beschäftigt auch Dienstleister, weil er selber nicht mehr alles schafft. Ständig kauft er neue Grundstücke, auch im Ausland wie etwa in Serbien, Kroatien und Südafrika, denn er möchte, dass die Bäume zumindest 80 Jahre alt werden. Er ist gerade dabei, eine Stiftung zu gründen, die sein Vermächtnis bewahren soll. Noch in diesem Jahr möchte Brüntgens insgesamt eine Million Bäume gepflanzt haben. „Ich wünsche mir, dass diese Stiftung der größte Privatbesitzer von Naturwald wird. Wir wollen Wälder kreieren und Artenreichtum hervorbringen sowie Nahrungsgebiete für Bienen und Hummeln und andere Tiere, die den Wald brauchen, schaffen.“

Jeder könne einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sagt er. Das fange schon damit an, nicht mehr einzukaufen, als man essen könne. „Die Lebensmittelindustrie ist der größte CO2-Produzent.“

Als Yvonne Pferrer und Jeremy Grube am Nachmittag fertig sind, schauen sie stolz auf das, was sie erreicht haben. 400 bis 500 Bäume haben sie gepflanzt. „In 80 Jahren“, sagt Brüntgens, „werden diese Bäume 150 bis 200 Tonnen CO2 kompensiert haben“.

Pferrer und Grube wollen in einigen Jahren noch einmal in der Eifel vorbeischauen und sehen, wie groß ihre Bäume geworden sind.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Yvonne Pferrer und Jeremy Grube pflanzen Bäume in der Eifel