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Zahl der Unfälle rund um Bitburg steigt um 10 Prozent

Polizei : Viele Unfälle, viele Ursachen

Auf den Straßen rund um Bitburg, Neuerburg und Speicher haben sich 2017 über 2600 Verkehrsunfälle ereignet. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie der Anstieg zustande kommt, verrät ein Blick in die Statistik der Polizei.

Eine Frau wird mit ihrem Wagen unter einem Sattelschlepper eingequetscht. Die  53-Jährige stirbt noch an der Autobahn. Dieser Unfall ereignet sich im Oktober 2017 auf der A 60 in Höhe Bickendorf. Nur einen Monat später kommt es zu einem weiteren tödlichen Zusammenstoß. Ein Motorradfahrer prallt bei Kyllburg frontal gegen einen BMW. Der Motoradfahrer erliegt seinen Verletzungen noch am Unfallort.

Es sind solche Szenen, die den Eifeler Polizisten vom Jahr 2017 in Erinnerung bleiben werden. Doch neben den 80 Kollisionen, bei denen Menschen starben oder schwer verletzt wurden, gab es tausende weitere. Es sind 252 mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Statistik der Polizei Bitburg hervor. Demnach gab es 2017 insgesamt 2655 Verkehrsunfälle. Dabei kamen drei Menschen zu Tode, 77 wurden schwer und 176 leicht verletzt. Beim überwiegenden Teil der Unfälle, 2399 an der Zahl, blieb es bei Blechschäden. Dazu passt, dass es wohl am häufigsten beim Wenden und Rückwärtsfahren geknallt hat.

Obwohl es also so oft glimpflich ausging, lässt sich ein klarer Trend verzeichnen: Die Unfallzahlen stiegen um rund zehn Prozent und mit ihnen die Zahlen der Verletzten. Doch was ist der Grund?

Die Havarien, bei denen Alkohol im Spiel war, haben sich 2017 jedenfalls leicht erhöht. Zu 53 Zusammenstößen kam es wohl, weil der Fahrer zu tief ins Glas geschaut hat. Das sind zehn mehr als im Vorjahr. Unter Drogen standen allerdings nur sieben Unfallfahrer – zwei weniger als 2016. Hier versteckt er sich also nicht der Grund für den enormen Anstieg in der Statistik.

Gibt es Hinweise beim Blick auf die Altersstruktur der Unfallfahrer? Demnach waren sowohl sehr junge als auch sehr alte Fahrer für einen Großteil der Unfälle verantwortlich. Bei 665 Zusammenstößen saßen Männer und Frauen zwischen 15 und 24 Jahren am Steuer oder hinter dem Lenker des Mofas. Das sind rund 80 mehr als im Vorjahr.

„Ob da besonders viele junge Menschen ihren Führerschein gemacht haben?“, fragt sich der stellvertretende Polizeichef Hans-Jürgen Riemann: „Ich weiß es nicht.“

Ähnlich sieht es bei den Senioren aus. Nach Bilanz der Polizei Bitburg  waren bei 383 Fällen Menschen über 65 Jahren beteiligt. Das sind 30 Fälle mehr als noch im Vorjahr.

Aber nicht nur der Mensch trägt die Schuld am vielen zerbeulten Blech. So kam es 2017 auch zu 965 Wildunfällen. Die machen mehr als ein Drittel allter Unfälle im Altkreis Bitburg aus. Und: Hier gibt es die bemerkenswerteste Steigerung in der Statistik: Den Eifelern gerieten im vergangenen Jahr etwa 100 Wildschweine, Rehe oder Hirsche mehr vor die Karosse als noch 2016. Das liege an den steigenden Populationen der Tiere, meint Riemann. Er sieht genau in diesem Bereich „mit Sicherheit“ eine der Ursachen für den enormen Anstieg.

Den einen belastbaren Grund für den Anstieg gebe es ja nicht, sagt der stellvertretende Polizeichef Riemann. Der hohe Wert habe seinen Ursprung in den vielen kleinen Spitzen, die in der Statistik auftauchen. Ob die Zahl auch in Zukunft so hoch bleiben wird oder auch ein Stück weit vom Zufall abhänge, gelte es nun „wachsam abzuwarten“. Begegnen könne die Polizei dem Phänomen nur mit Verkehrskontrollen und Präventionsarbeit.