Zahl der Woche: Blick in die Wolken

Umwelt : Zahl der Woche: Ein Blick in die Wolken

Vielen Eifelern macht Fluglärm zu schaffen. Aber längst nicht alle Flieger stammen von der Air Base Spangdahlem.

Bei gutem Wetter durchziehen dutzende weiße Linien den blauen Himmel. Es sind die Kondensstreifen von Passagierflugzeugen und Jets, die über der Eifel brausen.

Einigen macht der Lärm zu schaffen – vor allem den Anwohnern der Air Base Spangdahlem. Auch derzeit haben sie keine Ruhe vom Dröhnen und Kreischen der Düsenjäger. Bis Donnerstag läuft auf dem US-Stützpunkt, oder besser gesagt: im Luftraum über dem Flugplatz, eine Übung (der TV berichtete).

Doch die Jets des 52. Jagdgeschwaders sind bei Weitem nicht die einzigen, die den Eifeler Himmel nutzen. Auch jede Menge ziviler Luftverkehr fliegt über das Funkfeuer in Nattenheim (Bitburger Land). Die Maschinen, die über die Region brausen, starten in Luxemburg, den Niederlanden und Belgien, auf dem Flughafen Hahn im Hunsrück, in Düsseldorf und Köln. Zwischen 500 und 1100 Flugbewegungen zählt die Deutsche Flugsicherung täglich im Eifelkreis Bitburg-Prüm. So waren es 1057 Starts und Landungen am 25. Juni 2018 und 567 am 20. Januar 2019. Woher die Schwankungen kommen, kann die Mitarbeiterin aus der Ferne nicht beurteilen, sagt sie. Eine mögliche Erklärung ist die Jahreszeit: An jenem Juniwochenende haben 2018 in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Sommerferien begonnen, also die Urlaubs- und Vielfliegerzeit. Mit den Trainings der US-Truppen haben die Schwankungen wohl nicht zu tun.

Denn die meisten der Flugbewegungen gehen nicht auf die Amerikaner zurück, sondern auf zivile Passagier- und Frachtflugzeuge. Nach Informationen der VG Speicher heben vom US-Stützpunkt Speicher derzeit täglich im Schnitt nur 22 bis 24 Jets ab.

Die restlichen Flugbewegungen stammen folglich von Ferien- und Geschäftsreisenden, Frachtfliegern,  Segelfliegern, Rettungshubschraubern und vom nahen NATO-Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell).

Insgesamt sei der Luftverkehr in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland stark gestiegen, sagt die Sprecherin der Flugsicherung: so auch im Eifelkreis. Genaue Zahlen kann sie allerdings nicht liefern: „Dazu hätten wir den Kreis ständig beobachten müssen.“

Wer über die Eifel fliegt, fliegt übrigens meist über Nattenheim. Denn dort steht ein Funkfeuer. Die Anlage sendet ein Signal an nahe Flugzeuge. Daraus können Piloten entnehmen, wo sie und die Station sich befinden.

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