Zeremonie mit Brühe und jede Menge PS

Zeremonie mit Brühe und jede Menge PS

Einige Tausend Gäste waren am Wochenende zum Gäßestrepperfest und dem Auto-Festival samt Young- und Oldtimer-Ausstellung und verkaufsoffenem Sonntag in Bitburg.

Bitburg Der oberste Pater der Bitburger Taufgemeinschaft redet viel und vor allem gerne Unsinn. Dieses Mal aber hat er vielleicht gar nicht so unrecht. "Wenn Du dich jetzt noch eine halbe Stunde in den Regen stellst, bist Du wieder sauber", sagt Karli Bosse, während er Rudolf Müller eine weitere Ladung Taufwasser über Kopf und Rücken schüttet. Bosse gibt alles. Der Regen aber auch. Erst tröpfelt es, dann folgen Blitz und Donner und schließlich Hagel. Wer keinen Schirm dabei hat, sucht Schutz unter einem der Sonnenschirme und in dem kleinen Bierzelt.
Bereits beim ersten Täufling, Ilona Becker, wird der Himmel über Bitburgs Norden dunkler. Als dann der zweite Täufling, Erdorfs Ortsvorsteher Werner Becker, an der Reihe ist, realisiert auch der unheilige Pater Bosse, dass sich die Sache mit dem trockenen Wetter bald erledigt haben könnte. "Wir müssen draufhalten", sagt er, ohne sich selbst unnötig an das zu halten, was er gerade angeordnet hat. Zeremonie ist Zeremonie: Wo der Ablauf einen Gesang erfordert, wird gesungen. Und wo sich die Gelegenheit ergibt, fließt auch Pils oder Batralzem durch die Kehlen der Bruderschaft. So viel Zeit muss sein.
Und so sind am Ende eben nicht nur die drei Täuflinge nass, sondern auch viele Zuschauer. Immerhin: Die selbst gemischte Brühe, die unter anderem aus Bier, Batralzem, Nims- und Kyllwasser sowie Bohnenkraut, Beifuß, Pfeffer und Salz besteht und angesichts der großzügigen Dosierung wahrscheinlich bis in die Unterhosen der Täuflinge vordringt, bleibt dem Publikum erspart, das mit Spaß bei der Sache ist.
Parallel zum Gäßestrepperfest haben Bitburgs Auto-Händler auch zum Auto-Festival Auf Merlick eingeladen, und in der Innenstadt war verkaufsoffener Sonntag. Und der war richtig gut besucht.
Bei der siebten Auflage der "Bitburg Classic" mehr wurden als 400 Old- und Youngtimer gezeigt. Nach dem regnerischen Samstag machte der Sonntag wieder richtig Freude. Die Teilnehmer rollten mit ihren Oldies aus der gesamten Region, dem Saarland, Luxemburg, Belgien, Nord-Rhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Frankreich an. Das älteste Automobil war der MAF von 1909 von Joseph Schmitt aus Echternacherbrück. Außerdem zeigten gut 100 Autoliebhaber bei der "Vintage US-Car-Show" ihre Klassiker - ob Cadillac, Dodge Challenger oder Ford Mustang.
In den Autohäusern, die Musik, Hüpfburgen und andere Aktionen geboten haben, war auch schon am Samstag viel los. "Es kamen trotzdem viele Leute zu uns ins Autohaus", sagt Angelika Meter vom Autohaus Eifel-Mosel. Auch Ferdinand Tix, der die Neueröffnung seines Autohauses feiert, ist zufrieden: "Wir hatten eine sehr gute Nachfrage." Stefan Behleit vom Miniautohaus sagt: "Einige Wagen haben einen neuen Besitzer." Es gab mehr als Autos: So hat etwa die Firma Natursteine Mulbach mit Live-Musik und Street Food sich erstmals am Festival beteiligt.

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