Zu früh gefreut?

Die Erleichterung in Thalfang, Kelberg und Speicher war groß, als das Land seine Beschlüsse über Zwangsfusionen verkündete: Die drei Verbandsgemeinden blieben verschont, womöglich werden sie 2019 über die Kreisgrenzen hinwegfusioniert.

Welche Konsequenzen dieser Schwebezustand jedoch haben kann, und dass die Freude in den drei Verbandsgemeinden gar verfrüht gewesen sein könnte, zeigt die Diskussion über die Realschule plus in Thalfang: Diese sollte eigentlich vom Kreis Bernkastel-Wittlich übernommen werden.

Doch in das Schulgebäude müssen 8,4 Millionen Euro investiert werden. Geld, das der Kreis, wäre er Träger der Realschule, mitfinanzieren müsste. Nur dass Thalfang nach 2019 vielleicht nicht mehr zu Bernkastel-Wittlich gehört. Es ist daher nicht überraschend, dass der Kreistag die Übernahme der Schule abgelehnt hat und die VG Thalfang nun schauen muss, wie sie die Sanierung der Schule finanziert.

Ähnliche Szenarien könnte es auch in Speicher und Kelberg geben, wenn es künftig um kostspielige Projekte geht: Welches Interesse sollten die Kreise auch daran haben, in Verbandsgemeinden zu investieren, die in Zukunft gar nicht mehr zu ihnen gehören?

Mit dem Beschluss, die Entscheidung über die Zukunft der drei Verbandsgemeinden zurückzustellen, hat das Land Thalfang, Kelberg und Speicher einen Bärendienst erwiesen. Eine Hinhaltetaktik, die ebenso wenig durchdacht ist wie die gesamte Flickschusterei beim Thema Kommunalreform.

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