Zu Gast bei neu gewonnenen, alten Freunden

Zu Gast bei neu gewonnenen, alten Freunden

BITBURG. Die luxemburgische Besatzung in Bitburg nach dem Zweiten Weltkrieg ist vor fast genau 50 Jahren zu Ende gegangen. Grund genug für die Veranstalter des 41. Folklore-Festivals, die Veranstaltung mit einem Luxemburger Abend am Donnerstag zu eröffnen.

Die Deutschen waren im Zweiten Weltkrieg der schlimmste Feind der Luxemburger. Fünf Jahre nach dem Beginn der "preußischen" Besatzung im Großherzogtum verlor Deutschland den Krieg, und rund 10 000 Luxemburger Soldaten kamen ab November 1945 nach Bitburg, um unter französischem Oberkommando Teile der Eifel zu besetzen. Und hissten über der Kaserne in der Mötscher Straße in Bitburg ihre Fahne.Aus Distanz wurde Freundschaft

Das Verhältnis zwischen den luxemburgischen Besatzern und den Einheimischen war anfangs nicht gut. Bitburger und Luxemburger standen sich in den ersten Monaten nach dem Krieg reserviert bis feindlich gegenüber, berichten Zeitzeugen. Anfangs gab es deshalb kaum Kontakte zwischen Luxemburgern und Deutschen. Doch im Laufe der Zeit näherten sich beide Seiten an. Anfang der 1950er überwog schließlich der freundschaftliche Kontakt zwischen beiden Gruppen. Und so verließen die Luxemburger am 9. Juli 1955 Bitburg als Freunde. Oder blieben, weil sie hier Wurzeln geschlagen hatten. "Zur Bitburger Bevölkerung hatten luxemburgische Soldaten ein gutes Verhältnis", stand damals, am 11. Juli 1955, in der Trierischen Landeszeitung, die über den Weggang der Luxemburger Armee berichtete. Und: "Das Luxemburger Land dankte den Deutschen für das korrekte Verhalten der Bitburger Bevölkerung gegenüber den Angehörigen der Luxemburger Armee." Das gute Verhältnis zwischen Bitburgern und Luxemburgern ist mit ein Grund, warum viele der damals in Bitburg stationierten Luxemburger am Donnerstag, 7. Juli, wiederkommen. Dann beginnt das 41. Europäische Folklore-Festival mit einem Luxemburger Abend im Festzelt. "Mehr als 240 ehemalige luxemburgische Soldaten sind an dem Abend eingeladen", sagt Bitburgs Pressesprecher Werner Krämer. Das Treffen zwischen Luxemburgern und Bitburgern beginnt um 15.30 Uhr mit einem auf Luxemburgisch gehaltenen katholischen Gottesdienst in der Bitburger Pfarrkirche Liebfrauen. Danach können die Luxemburger ihre ehemalige Garnison in der Mötscher Straße, die heute eine US-Sozialeinrichtung ist, besuchen. Gegen 18 Uhr ist in der Kreissparkasse Bitburg-Prüm die Eröffnung der Doppelausstellung "Als Bitburg zu Luxemburg gehörte" und "Die Luxemburger in Bitburg". Gegen 20 Uhr beginnt im Festzelt am "Alten Gymnasium" der Luxemburger Abend. "Festredner ist Jos Scheuer, erster Vize-Präsident der luxemburgischen Abgeordnetenkammer. Durch den Abend führt Georges Calteux, ehemaliger Landskonservator des Großherzogtums. Für Musik sorgt die "Garnisonsmusek Diekirch". Eine Volkstanzgruppe aus Mersch und die Bitburger Volkstanzgruppe treten ebenfalls auf. Wer den luxemburgischen Abend miterleben will, sollte sich bis Donnerstagnachmittag im Rathaus der Stadt Bitburg an der Telefonzentrale melden. Dort werden die Einlasskarten kostenlos verteilt.