Zu teuer: Kein Geld für den Kontaktpfleger

Zu teuer: Kein Geld für den Kontaktpfleger

BITBURG. Der Verein "Host Nation Council Spangdahlem" will sich nun doch keinen teuren Lobbyisten leisten, der in den Vereinigten Staaten für den Flugplatz Spangdahlem trommeln soll. Das verlautete nach der jüngsten Sitzung aus Vorstandskreisen.

Wer in den Vereinigten Staaten ein Anliegen hat und mit ranghohen Politikern, Militärs oder Wirtschaftsmagnaten ins Gespräch kommen möchte, engagiert einen Lobbyisten. Der ist zwar nicht gerade billig, kennt dafür aber viele einflussreiche Leute und arrangiert - gegen Bares, versteht sich - zwanglose Treffen in angenehmer Atmosphäre. Einen solchen Kontakte-Knüpfer wollte ursprünglich auch der im September von lokalen CDU- und SPD-Politikern gegründete Verein "Host Nation Council Spangdahlem" beauftragen, der sich stark macht für den Verbleib der US-Militärs in der Eifel. 350 000 Dollar fürs Kontakte knüpfen

Seit der jüngsten Vorstandssitzung am Montagabend im Bitburger Hotel Simonbräu ist das Thema Lobbyist aber wieder vom Tisch. Hauptargument: Zu teuer. Mit satten 350 000 Dollar wollte sich der vom Verein ins Auge gefasste Herr seine Dienste nach TV -Informationen bezahlen lassen. Das war den acht anwesenden "Hostlern" auch deswegen zu viel, weil niemand wissen könne, ob das Engagement auch etwas bringe, wie es ein Vorstandsmitglied formulierte. "Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis." Statt dessen will sich der Pro-Spangdahlem-Verein jetzt auf die eigenen Stärken konzentrieren, besser gesagt auf die guten Beziehungen seiner prominent besetzten Vorstands-Etage. Vor allem Vereinschef Michael Dietzsch (Bitburger), Vize Elke Leonhard (SPD) und der Spangdahlemer Ortsbürgermeister Klaus Rodens (CDU) verfügen über sehr gute Kontakte in die USA. "Wir werden schon dafür sorgen, dass unsere Anliegen an den richtigen Stellen drüben gehört werden", sagte ein Vorstandsmitglied unserer Zeitung. Recht neu auf der Kommandobrücke des Vereins steht ein alter Bekannter: Ex-Verbandsbürgermeister Willi Heyen (CDU) führt seit kurzem die Council-Geschäfte - ehrenamtlich, wie allenthalben betont wird. Auf dem Bitburger Flugplatz will der Lobby-Verein demnächst ein eigenes Büro eröffnen (zunächst beim Zweckverband, später im Tower), von dem aus die Aktivitäten koordiniert werden sollen. Geplant sind unter anderem Ausstellungen (die erste wird am Freitag im Rathaus Speicher eröffnet), gemeinsame Veranstaltungen mit Amerikanern und Telefon-Hotlines zu wechselnden Themen. "Wir müssen in erster Linie in der Region deutlich machen, dass wir die Amerikaner unterstützen", umriss Vorsitzender Michael Dietzsch am Dienstag auf TV -Anfrage die neue Vereinsstrategie. Forcieren will der Council nach Angaben aus Vorstandskreisen in nächster Zeit insbesondere die Mitgliederwerbung. Laut Vize Michael Billen (CDU) sind bis dato knapp 500 Privatleute (Mindestbeitrag 60 Euro jährlich), Unternehmer (200 Euro) und Kommunen (je nach Größe zwischen 100 und 5000 Euro) dem Lobby-Verein beigetreten. Bis Ende des Jahres sollen es insgesamt 2000 sein, hoffen die Vereinsverantwortlichen.