Zu viel Regen: 20. Lustiges Prümtal bleibt deutlich hinter Erwartungen zurück

Zu viel Regen: 20. Lustiges Prümtal bleibt deutlich hinter Erwartungen zurück

Vor einem Jahr bibberten Besucher vor Kälte, gestern mussten sie unbedingt wasserfeste Kleidung tragen - der Raderlebnistag "Lustiges Prümtal" ist vom Pech verfolgt. Nach und während der ergiebigen Regenfälle gingen nur wenige Fahrer auf die freie Strecke zwischen Olzheim und Waxweiler.

Prüm. Skeptisch blickt Martin (15) in den grauen Himmel. Der Rücken des Jungen ist mit Schlamm bespritzt. Seinen tropfenden Fahrradhelm hält er lustlos in der einen, ein pitschnasses Halstuch in der anderen Hand. Knapp eine halbe Stunde Fahrradfahren lägen hinter ihm, erzählt er. "Ohne Schutzblech am Mountainbike wird der Rücken halt dreckig. Aber irgendwie habe ich mir den Tag anders vorgestellt," sagt er. "Was soll's? Kurz eine kleine Stärkung und dann geht es weiter." Mit Freunden sei er zum 20. Lustigen Prümtal aus Mendig (Kreis Mayen-Koblenz) gekommen. "Wir reisten ein gutes Stück an, deswegen fahren wir jetzt auch. Die Strecke ist dabei sogar schön und die Temperatur wäre angenehm, wenn man nicht so nass würde."

Wie Martin gingen gestern zwar einige tapfere Fahrer auf die 27 Kilometer lange Strecke zwischen Olzheim und Waxweiler, doch besonders genießen konnten sie die für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrte Route nicht. Bereits morgens setzte starker Regen ein, zum Mittag hin gab es zwar kurze trockene Momente, eine steife Brise trübte aber durchweg den Radfahrspaß. "Besonderes Glück haben wir tatsächlich nicht", sagt Manfred Schuler, Mitorganisator bei der Verbandsgemeinde Prüm, auf dem Hahnplatz. Während es im Vorjahr bitterkalt gewesen sei, habe man nun Regenpech. "Aber was soll man machen, zum Nachmittag könnte es besser werden."Enttäuschung in den Dörfern


So richtig wurde sein Wunsch nicht erhört. Überall zeigt sich zwischen Olzheim und Waxweiler ein ähnliches Bild: Nur die ganz tapferen Radfahrer wagen sich auf die Piste, Inline-Skater sind selten zu sehen. Dafür quetschen sich unter Schirmen und Vordächern zumindest einige Gäste an den Ständen, die überall von den Vereinen der Dörfer eingerichtet wurden.

"Zumindest stimmt die Stimmung hier", sagt Elisabeth Michels vom Vorstand des Musikvereins Pronsfeld. Im Jahreswechsel teilt der sich die Bewirtung am Dorfplatz mit dem Sportverein. Mit 30 Mann seien Musiker vor Ort, hinzu kämen Angebote von Kindergarten, Grundschule, Jugend- und Kirchenchor. "Dass der Tag so ins Wasser fällt, ist besonders für die Leute schade, die sich hier und in den anderen Orten soviel Mühe geben." aff

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