Zu viele Katzen und kein Tierheim

Zu viele Katzen und kein Tierheim

Der große Eifelkreis Bitburg-Prüm hat zwar kein eigenes Tierheim, dafür aber jede Menge herrenlose Katzen. Aufgenommen werden sie von den Tierheimen Altrich und Trier-Zewen, was diese an den Rand ihrer Kapazitäten führt.

Bitburg/Prüm. "Wir sind voll besetzt" - dies hörte Eva Lichter aus Trimport immer wieder, als sie die Tierheime der Region anrief, nachdem ihr eine herrenlose Katze zugelaufen war. Die Katze ließ sich nicht fangen, und kastriert war sie auch noch nicht. Was also tun? Lichter wandte sich an das Veterinäramt in Bitburg. Doch die Auskunft, die man ihr dort gab, half ihr wenig weiter: "Wenn Sie die Katzen füttern, dann sind es Ihre Katzen", hieß es. Die Trimporterin blieb also mit ihrem Problem alleine, so brachte "ihre" Katze schon bald zwei Junge mit. Kätzchen, die immerhin das Glück hatten, jemanden gefunden zu haben, der sich um sie kümmert. Viele andere wild geborene Katzenkinder verenden schon nach wenigen Wochen an Krankheiten. Und gerade gibt es wieder eine wahre Katzenkinderschwemme.

Wie Eva Lichter dürfte es im Eifelkreis Bitburg-Prüm noch vielen anderen gehen. Denn es gibt kein Tierheim im Kreis - und das bei "geschätzt mehreren Hundert freilaufenden Katzen allein auf dem Gebiet der Air Base Spangdahlem" - so berichtet es Rainer Kordel, Leiter des bei Wittlich gelegenen Eifeltierheims Altrich. Über 170 Katzen werden jedes Jahr allein aus dem Eifelkreis dorthin gebracht. Kordel spricht sich daher deutlich für die Kastration der Tiere aus: "Am besten würde man in jedem Dorf zusätzlich eine Sammelstelle mit Nahrung für streunende Katzen errichten, so wäre die Kontrolle über die Population wesentlich einfacher", sagt er. Auch um zu verhindern, dass die Katzen Krankheiten auf Artgenossen übertragen.

Ein Problem bei alledem ist wie so oft die Finanzierung. Einzig die Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Speicher zahlen freiwillige Zuschüsse: Während im Bitburger Land die Kosten für die notwendigen Erstschutzimpfungen übernommen werden, wird in Speicher jeder Einzelfall begutachtet, und dann werden Zuschüsse für die Unterbringung von Fundtieren, deren Kastration oder Impfung übernommen. In den restlichen Verbandsgemeinden fließt kein Geld. Es sei denn, man wendet sich an den Verein der Tierfreunde Südeifel, die sich im Kreis für den Tierschutz starkmachen und Kastrationen bezuschussen.

Dabei wäre man auch in Altrich über etwas Entlastung dankbar. Ebenso wie bei den Tierfreunden, die mehrere Katzen-Auffangstationen betreiben. Stationen, die es ohne das Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder nicht gäbe: Sie stellen ihre Höfe und Arbeitszeit zur Verfügung, um sich um zig Katzen zu kümmern, von denen viele krank sind. 30 000 Euro zahlt der Verein jährlich allein an Tierärzte. Dafür sind 50 000 Euro jährlich nötig. Weil die Beiträge der rund 130 Mitglieder nicht ausreichen, sind die Tierfreunde auf Spenden angewiesen. Auch, um ihren Traum zu verwirklichen: ein Tierheim für die Südeifel.

Weil die Katzenstationen an den Rand ihrer Kapazitäten gelangt sind, sind die Tierfreunde Südeifel gerade dabei, Außengehege anzulegen. Wer den Verein mit Material oder Arbeitskraft unterstützen möchte, kann sich an Maria Schons wenden, Telefon 0171/5777681, und an Sandra Bruins, Telefon 06522/933610, oder auch spenden auf das Konto 8050205 bei der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, Bankleitzahl 58650030.

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