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Zu wenig Platz für Radfahrer in der Kölner Straße in Bitburg

Straßenbau : Zu wenig Platz für Radfahrer in der Kölner Straße in Bitburg

Dass beim Ausbau der Kölner Straße Radfahrer kaum eine Rolle spielen, hatte in der letzten Sitzung des Bitburg Stadtrats für viel Ärger gesorgt. Nun stand das Thema erneut auf der Tagesordnung.

  Es war eine lange und auch recht emotionale Diskussion, die sich der Bitburger Stadtrat bei seiner Sitzung Ende Februar lieferte. Grund dafür war der bevorstehende Ausbau der Kölner Straße und in diesem Zusammenhang die überraschende Feststellung, dass bei der Planung zum Ausbau die Radfahrer allem Anschein nach nicht berücksichtigt wurden.

Ein Großteil der Ratsmitglieder war entsetzt, die Verwaltung ein Stück weit in Erklärungsnot, weil es sich bei der Kölner Straße ja um eine Landesstraße und somit um den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein handelt, weshalb sich Bürgermeister Joachim Kandels am Ende dazu genötigt sah, noch während der Sitzung den LBM-Geschäftsführer Harald Enders anzurufen (der TV berichtete).

Damit sich dieses Szenario vier Wochen später in der erneuten Stadtratssitzung nicht wiederholt, hat die Verwaltung vorgesorgt. Diesmal wurde Enders zur Sitzung eingeladen, um den Ratsmitgliedern noch einmal ausführlich zu erklären, warum es in der Kölner Straße keine Radfahrstreifen geben wird.

Der in Bitburg lebende LBM-Chef geht dabei zunächst weit zurück. Bis ins Jahr 2009. Damals, so Enders, sei das Projekt erstmals besprochen worden. Wie er erklärt, sei der Ausbau der Kölner Straße auch bereits viel früher geplant gewesen, dann aber aufgrund anderer Maßnahmen wie Verkehrszählungen oder aber der Testphase des Innenstadtrings verschoben worden.

„Wir hatten 2010 den Beschluss, 2015 die Planung fertig und sind dann 2016 ins Baurechtverfahren“, so Enders. Zu diesem Zeitpunkt sei das Radwegekonzept, das „im Übrigen ja auch bis heute noch nicht von der Stadt beschlossen wurde“ (Zitat Enders), noch kein Thema gewesen.

Diese Planung zum Ausbau der Kölner Straße im Nachhinein dahingehend zu verändern, dass man  – wie aus den Reihen des Rats bei der vorherigen Sitzung vorgeschlagen – den Parkstreifen entlang der Straße entfernt, um dort Platz für einen Radweg zu schaffen, ist laut Enders nicht möglich. „Wir haben von jedem Anlieger die Zustimmung eingeholt, und jede dieser Zustimmungen ist an den Plan gebunden“, er. Man könne also jetzt nicht einfach so die Parkplätze entfernen.

Aus Sicht des LBM-Leiters wäre das ohnehin auch keine gute Lösung. „Wir haben in der Kölner Straße in Höhe des Hotels Eifelbräu ein Verkehrsaufkommen von rund 9400 Fahrzeugen am Tag“, sagt Enders.

Die Kölner Straße sei damit allein schon aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens für Radfahrer nicht besonders geeignet. Zumal es ja durchaus auch andere und weitaus verkehrsärmere Verbindungen zwischen der Stadtmitte und dem nördlichen Stadtrand gebe. Zudem sei die Kölner Straße für beidseitige Radfahrer-Schutzstreifen nicht breit genug.

Vereinzelte Maßnahmen für Radfahrer seien dennoch denkbar, ergänzt Enders. So wäre es beispielsweise möglich, in Richtung Stadtmitte auf dem letzten Stück bis zur Kreuzung Dauner Straße eine zusätzliche Spur für Radfahrer einzurichten, über die diese dann Vorrang beim Befahren der Kreuzung hätten.

Harald Enders empfiehlt generell die Einsetzung eines Runden Tischs, bestehend aus Fachleuten, Vertretern von Schulen und Polizei sowie radaffinen Stadtratsmitgliedern, der sich mit der Umsetzung des vor drei Jahren präsentierten Radwegekonzepts befassen soll.

Die Stadt benötige dazu auch einen Projektleiter, der die weit mehr als 300 Handlungsempfehlungen des Konzepts durcharbeite, um daraus dann Maßnahmen abzuleiten, ist der Chef der Gerolsteiner Behörde überzeugt.

Wichtig sei, die Maßnahmen des Radwegekonzepts möglichst bald anzugehen, betont er. So gebe es für Projekte, die noch dieses Jahr beantragt und bis Ende 2023 umgesetzt werden, eine bis zu 80-prozentige Förderung.