Zu zweit ist man weniger allein

Die achte “Deu-Be-Lux„ Vogelschau in den Verkaufsräumen der Firma Landmaschinen Alff am Flugplatz Bitburg präsentierte 200 Vogelarten aus aller Welt.

Am liebsten in Gesellschaften: Schwarzköpfchen, eine Papageienart aus Afrika. TV-Foto: Bettina Bartzen

Bitburg. 15 Mitglieder des Vereins Eifeler Vogelfreunde und deren Angehörige nahmen sich extra zwei Wochen Urlaub, um den Ausstellungsraum in einen Urwald zu verwandeln. Unter den 200 verschiedenen Vogelarten waren exotische Vögel wie Schwarzstirnwürger, Pfirsichköpfchen oder Diamanttäubchen zu bestaunen.

"Mit dieser Ausstellung wollen wir über artgerechte Vogelhaltung aufklären", erklärte der erste Vorsitzende Robert Pick, der selbst Sittiche züchtet. Außerdem pflegt der Verein 300 Nistkästen in der Umgebung, damit die Vögel vielfältige Brutmöglichkeiten haben. 160 hängen alleine im Königswäldchen. Aber nicht nur die Vögel, sondern auch Hornissen oder Siebenschläfer bewohnen zeitweise diese Nistkästen.

Im Mai organisiert Paul Dohm Vogelstimmenexkursionen. Er ist Spezialist in der heimischen Vogelwelt und erkennt 95 Vogelstimmen. In der Brutzeit zwitschern die Männchen am auffälligsten, um ihr Revier zu verteidigen. "Da achtet man schon mal drauf, ob man den Schnepper oder die Nachtigall gehört hat."

Jeder Vogelzüchter hat sein Spezialgebiet: Krummschnäbel, Waldvögel oder Exotenvögel. BNA (Bund für Natur und Artenschutz) und VDW (Verband deutscher Waldvogelpflege und Schutz) informierten rund um das Thema. "Graupapageien haben eine ,rabenschwarze Intelligenz'. Durch ihre lange Jugendzeit von ein bis zwei Jahren können sie sehr viel lernen und den Intelligenzgrad eines vierjährigen Kindes erreichen. Der emotionale Grad gleicht einem zweijährigen Kind", erklärt Christine Büttner, die auf Graupapageien spezialisiert ist. Sie können Farben und Formen unterscheiden und ein Sprachvermögen entwickeln. Das sei kein Nachplappern, sondern "sinnverwandte Transferleistung".

Allerdings brauchen Papageienarten intensive Zuwendung und werden 50 bis 60 Jahre alt. "Alle Papageienarten sollten mindestens zu zweit gehalten werden, damit sie keine psychischen Störungen erleiden", betont Büttner. Der Kauf eines bunten Gefieders sollte vorher gut überlegt sein.