Zufriedene Gäste sind für sie die höchste Auszeichnung

Oberweis · Klischees über Campingurlauber gibt es genügend: Sie sind Naturburschen, teilen sich gerne das Bad mit anderen und umzäunen ihren Stellplatz mit einem kleinen Palisadenzaun. Doch der Urlaub im Freien kann auch etwas für komfortliebende Menschen sein: Das beweist der mehrfach ausgezeichnete Platz Prümtal-Camping, der nun zum dritten Mal fünf Sterne bekommen hat.

Oberweis. Fünf Sterne - das bedeutet "exklusiv im Gesamteindruck mit erstklassigem Komfort." So beschreibt der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland die höchste Kategorie seines Klassifizierungssystems für Campingplätze. Prümtal-Camping in Oberweis wurde nun zum dritten Mal mit fünf Sternen ausgezeichnet.
Alle drei Jahre wird vom Verband überprüft, ob die Qualitätsstandards im Bereich Rezeption und Service, Sanitär und Standplätze weiterhin eingehalten werden.
Doch diese Auszeichnung ist für die Familie Köhler, die den Campingplatz seit mehr als zwanzig Jahren betreibt, nicht die Einzige: Ihr Betrieb ist unter anderem als klimafreundlich zertifiziert und wurde 2011 zum Gastgeber des Jahres von der Rheinland-Pfalz Tourismus ernannt. Über die vielen Auszeichnungen freuen sich Alwin Köhler und sein Sohn und Nachfolger Daniel Köhler besonders. Sie sind die Bestätigung ihrer Arbeit. Aber viel wichtiger ist ihnen die Meinung der Gäste: "Die fünf Sterne sind für uns eine Säule von vielen. Aber auch die direkte Bewertung der Gäste, beispielsweise in Internetportalen, nehmen wir sehr ernst", sagt Daniel Köhler. "Die größte Auszeichnung ist für uns, wenn die Gäste zufrieden nach Hause fahren." Gelebter Service mit Herzblut sei für sie der Maßstab.
Das spiegelt sich auch in den Übernachtungszahlen wider: Daniel Köhler hat in diesem Jahr rund 70 000 Übernachtungen (inklusive der Dauercamper) gezählt. Die meisten Urlauber bleiben laut Köhler durchschnittlich fünf bis sechs Nächte. Das sei in der gesamten Tourismusbranche inklusive Hotels der Region Bitburger Land überdurchschnittlich: "In der Region sind es ansonsten durchschnittlich zwei Tage", sagt Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburger Land.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Campings in der Eifel betont auch Stephan Kohler von der Eifel Tourismus: "Der Campingtourismus in der Gesamteifel, also mit dem Gebiet in Nordrhein-Westfalen, machte im Jahr 2010 einen Nettoumsatz von 73,4 Millionen Euro. Das entspricht über 1200 Beschäftigungsverhältnissen." Damit nehme die Gesamteifel laut einer Studie, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums den Campingtourismus in Rheinland-Pfalz untersucht hat, im Vergleich zu den übrigen rheinland-pfälzischen Reisegebieten den zweiten Rang hinter der Region Mosel-Saar ein.
Familienfreundliches Profil


Die Konkurrenz durch Mitbewerber von Saar und Mosel ist auch Daniel Köhler bewusst: "Wir haben hier nicht die strukturellen Vorteile, wie beispielsweise die Mosel mit ihren gut ausgebauten Radwegen. Deswegen müssen wir uns ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten." Daher haben sie dem Prümtal-Campingplatz in den letzten Jahren ein familien- und seniorenfreundliches Profil gegeben. "Es ist wichtig, die Kundensicht einzunehmen und eine Zielgruppe festzulegen", erläutert Köhler. Durch Kinderanimation in den Sommerferien, viele Freizeitmöglichkeiten und spezielle Sanitäranlagen für die Kleinsten würden besonders Familien angelockt. Allein die nahegelegene Prüm sei für Kinder eine Attraktion.
Und wie sehen die Köhlers selbst den Campingurlaub jenseits aller Klischees? Daniel Köhler: "Camping bedeutet Gemeinschaft in einer ungezwungenen Atmosphäre." Die kleinen Palisadenzäune um den Wohnwagen herum seien bei ihnen übrigens überhaupt nicht erlaubt. jwa