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Zugeständnis nur bei Gegenleistung

Zugeständnis nur bei Gegenleistung

Gravierende Einschnitte: Die Chefs der Jünkerather Gießerei Ergocast verlangen von ihren Mitarbeitern Opfer, um durch die Krise zu kommen (der TV berichtete). Am Samstag beschlossen die in der IG Metall organisierten Beschäftigten, mit der Geschäftsleitung darüber zu verhandeln.

Jünkerath. (fpl) Rund 210 der insgesamt etwa 300 Ergocast-Mitarbeiter sind Gewerkschaftler. 140 von ihnen seien in der Versammlung am Samstag dabeigewesen, sagt Roland Wölfl von der IG Metall in Trier. "Und davon haben 92 Prozent gesagt: Wir verhandeln."

Allerdings stellen sie dafür Bedingungen: "Die Leute können nicht auf Geld verzichten, und parallel flattert ihnen die Kündigung ins Haus", sagt Wölfl. Deshalb bestehen sie auf einer Vereinbarung, die ihre Beschäftigung garantiert "und die den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen während der Laufzeit einer solchen Vereinbarung beinhaltet", sagt Wölfl.

Außerdem verlangen sie "eine umfangreiche Begutachtung" des Betriebs, in der zu erkennen sei, warum die Einschnitte nötig seien. Wölfl: "Wir brauchen die wirtschaftliche Begründung für den Verzicht."

Kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, keine Sonderzahlungen, eine Verschiebung der (im Mai anstehenden) Tariflohn-Erhöhung: Die Gewerkschaftler seien gegebenenfalls zu einer Reihe von Zugeständnissen bereit. Wenn allerdings zu wenig Aufträge vorlägen, könne man nicht gleichzeitig mit Arbeitszeit-verlängernden Maßnahmen kommen, sagt Wölfl. "Darüber werden wir gar nicht verhandeln. Das ist ja hier kein Wunschkonzert für Unternehmer."

Ergocast-Personalchef Klaus Günzler wertet den Beschluss der Gewerkschaftler zunächst als gutes Zeichen: "Das Signal von der Arbeitnehmerseite ist da", sagt er im Gespräch mit dem TV. Jetzt werde man in die Verhandlungen gehen. Zu den Gegenforderungen der Metaller wolle man sich jedoch nicht äußern: "Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir über Detailpunkte nicht in die Tiefe gehen wollen!" Unabhängig von den anstehenden Gesprächen hat das Unternehmen bereits angekündigt, die rund 20 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen nach deren Ablauf nicht weiter zu beschäftigen. Außerdem, sagt Günzler, werde ab April Kurzarbeit eingeführt.