Zukunft des Enz-Radwegs bleibt ungewiss

Zukunft des Enz-Radwegs bleibt ungewiss

Wie die Lücke des Enz-Radwegs zwischen Enzen und Holsthum geschlossen werden soll, ist weiterhin unklar, weil das Gespräch mit der zuständigen Behörde noch aussteht. Für Schankweilers Bürgermeister Gerhard Schmalen ist die Sache schon jetzt klar: Er will den Radweg nur, wenn er durch seine Gemeinde führt.

Holsthum/Peffingen/Schankweiler. Kommt er, oder kommt er nicht? Wann, wie und ob die Lücke des Enz-Radwegs zwischen Enzen und Holsthum geschlossen wird, steht nach wie vor in den Sternen.
Zwischen Holsthum und Schankweiler wird sich die ursprünglich geplante Trasse am Flusslauf der Enz entlang wohl kaum realisieren lassen. Schließlich hat ein Vogelkundler dort neben einem Schwarzstorch-Brutpaar auch andere Vögel wie Rotmilan, Mäusebussard und Neuntöter nachgewiesen.
Und weil Radfahrer die Tiere in ihren Lebens- und Nahrungsgebieten vermutlich stören würden, gilt eine Genehmigung der Route als nahezu ausgeschlossen (der TV berichtete).
Denkbar wäre es stattdessen, die Radfahrer beispielsweise schon in Enzen oder zumindest vor Schankweiler auf die andere Seite des Enz-Ufers zu führen und den Enz-Radweg dann in Peffingen an den Prüm-Radweg anzuschließen. Auch eine Trasse entlang der Landesstraße 2 zwischen Schankweiler und Hols thum wäre möglicherweise eine Option. Auch diese Routen sind allerdings aus ornithologischer Sicht teilweise nicht ganz unproblematisch.
Streit um Trasse dauert an


Die diversen Trassen sollen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord vorgestellt werden, um zu erfragen, welche Route die Behörde wohl genehmigen wird. Doch das Gespräch lässt auf sich warten. In der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Irrel will man sich jedenfalls ganz bewusst nicht auf eine Trasse versteifen. "Wir positionieren uns nicht, da ja die beteiligten Ortsgemeinden zustimmen müssen", sagt Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Irrel. Schließlich soll der Weg auf deren Gemarkungen errichtet werden.
Zwischenzeitlich gab es zumindest schon ein Gespräch mit den Ortsbürgermeistern der betroffenen Gemeinden. Deren Verständnis für die Situation hält sich in Grenzen: "Die Radfahrer spielen momentan ja eigentlich die kleinere Rolle, obwohl es um sie geht", sagt der Holsthumer Ortsbürgermeister.
Nun könnte es also passieren, dass eine Trasse gebaut werde, an die Schankweiler und Holsthum gar nicht angebunden seien. Das findet der Ortschef zwar alles andere als erfreulich; aber er fordert dazu auf, dass Gesamtprojekt nicht aus den Augen zu verlieren: "Es wäre im Bereich Schildbürgertum anzusiedeln, wenn man den Radweg einfach in Enzen aufhöre ließe", findet Reschke.
Denn der Radweg führt in Richtung Norden bis nach Pronsfeld. Dort schließt er an den Eifel-Ardennen-Radweg und somit an das belgische Radwegenetz an.
Das sieht Peffingens Bürgermeister Herbert Zillien ähnlich: "Es kann nicht sein, dass so ein Stückchen nicht gebaut wird." Man werde Holsthum und Schankweiler natürlich gerne bei dem Ziel unterstützen, einen Anschluss an den Enz-Radweg zu bekommen.
Die Worte von Gerhard Schmalen, Ortsbürgermeister in Schankweiler, klingen dagegen weniger versöhnlich: "Wenn er nicht nach Schankweiler führt, brauchen wir keinen Radweg."
Den Lückenschluss verhindern könnte die Ortsgemeinde wahrscheinlich nicht, wohl aber die Realisierung auf den Flächen der Gemeinde. "Ich weiß nicht, wo das Problem liegt", sagt Schmalen. Der Schwarzstorch lebe seit mindestens 15 Jahren in Schankweiler. Wenn man den Tieren zu nahe komme, flögen sie hoch und landeten ein paar Meter weiter wieder, erzählt er.
Daran würde sich seiner Meinung nach auch durch die Radfahrer nichts ändern: "Die gucken sich den Schwarzstorch an und fahren weiter", glaubt der Bürgermeister.
Der Ornithologe glaubt offenbar etwas anderes. Doch auch das ist nicht maßgeblich. Denn die Genehmigung muss die SGD Nord erteilen. Und was sie glaubt, weiß bislang noch niemand. Der Enz-Radweg ist für Radfahrer die Verbindungsachse von Pronsfeld über Arzfeld und Neuerburg nach Irrel. Ursprünglich war es geplant, dass der Enz-Radweg bei Holsthum an den Prüm-Radweg anschließt. Denn dort mündet auch die Enz in die Prüm. Ob sich die beiden Radwege dort treffen oder alternativ in Peffingen oder sonstwo, scheint derzeit ungewiss zu sein. Sicher ist dagegen die Bedeutung des Radwegs: Er "stellt die westlichste Nord-Süd-Verbindung im Radwegenetz der Eifel dar. In Pronsfeld sind Verknüpfungen nach Belgien und Prüm und in Irrel nach Bitburg, Trier und Luxemburg gegeben", sagt dazu Harald Enders vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein. Wegen dieser Randlage sei es auch vorgesehen, den Enz-Radweg in den "Rheinland-Pfalz-Radweg" einzubeziehen, erklärt der LBM-Chef. Diese Radroute führt einmal um das gesamte Bundesland herum. jk

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