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Zukunft von Bollendorfer Herberge bleibt unklar

Corona-Folgen : Betrieb von sechs Herbergen gefährdet

Die Direkthilfe braucht es erstmal, um die Insolvenz des Jugendherbersnetzwerks zu verhindern. Erst danach könne man über Lösungen für den Standort nachdenken, sagt Geschäftsführer Jacob Geditz.

Mehr als 20 Millionen Euro. So viel Geld hat die Corona-Krise das Jugendherbergsnetzwerk Rheinland-Pfalz/Saarland nach Angaben von Geschäftsführer Jacob Geditz bereits gekostet. Es versteht sich daher von selbst, dass die neun Millionen Euro, die das Land zur Rettung der Jugendherbergen im Land bereitgestellt hat, nicht ausreichen werden, um die Verluste abzudecken.

Für die Unterkunft in Bollendorf sind das keine guten Nachrichten. Die Einrichtung und fünf andere stehen weiter auf der Kippe. Anfang April hat der Träger angekündigt, die Häuser wegen finanzieller Engpässe zu schließen (der TV berichtete). Immerhin: Für ausgeschlossen hält Geschäftsführer Geditz eine Rettung des Eifeler Betriebs nicht. Nur diese hat derzeit offenbar nicht oberste Priorität: „Jetzt setzen wir alles daran, die Krise zu meistern und zu überstehen. Dann werden wir zusammen in Kooperation mit der Kommune Perspektiven erörtern zum Erhalt.“

Eine Offenheit für solche Kooperationen haben sowohl das Land als auch die Ortsgemeinde erklärt. Die Entscheidung über das weitere Verfahren wird aber nach Ansicht aller Beteiligten nicht vor Ablauf einiger Monate fallen. Geditz aber lobt dennoch das von der Landesregierung geschnürte Rettungspaket. Dieses könne zumindest helfen, „Liquiditätsengpässe zu verhindern und eine Insolvenz zu vermeiden“. Das Programm gebe „Hoffnung, dass weitere Schließungen verhindert werden können und das Netzwerk als Organisation erhalten bleibt“.

Abhängig wird dies aber auch davon sein, wie die Saison weiterläuft. Ab 18. Mai jedenfalls dürfen die 45 Jugendherbergen des Trägers wieder öffnen. Auf der Website wird auch für den Besuch in Bollendorf geworben: „Hier spürt man den Flair von Luxemburg, das nur wenige Schritte entfernt ist.“ Die Frage ist: Wie lange noch?