Zukunftscheck-Dorf soll um zwei Jahre verlängert

Entwicklung : Mehr Zukunft für den Zukunfts-Check

Der Dorfcheck sollte eigentlich 2019 enden. Viele Gemeinden stecken aber noch mitten drin. Jetzt wird eine Verlängerung erwogen.

Für Gemeinden, die am Zukunfts-Check Dorf (ZCD) teilnehmen, startet das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung und es endet mit der Überreichung des Abschlussberichts. Katharina Scheer tut sich ein wenig schwer mit der Bezeichnung „Abschlussbericht“. „Es ist ja eigentlich eher ein Ergebnis- als ein Abschlussbericht“, sagt die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, die den ZCD betreut. „Denn der eigentliche Dorfcheck-Prozess geht ja nach der Überreichung des Berichts noch weiter“, erklärt Scheer.

Nun, noch ist es nicht zu spät, dem Bericht einen anderen Namen zu geben. Die meisten der 169 Gemeinden, die am Dorfcheck teilnehmen, haben ihren Bericht nämlich noch nicht fertig. Aktuell haben sogar erst 42 Gemeinden dieses Ziel erreicht. Und unter diesen 42 Gemeinden sind wiederum einige Gemeinden, deren Bericht zwar fertig ist, derzeit aber noch mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt werden muss.

Zu diesen Trägern gehören das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel, der Landesbetrieb Mobilität, die Landwirtschaftskammer sowie mehrere Ämter der Kreisverwaltung. Sie geben den Gemeinden Anregungen und weisen auf Fördermöglichkeiten und auch auf Dinge hin, die bei der Umsetzung des daraus resultierenden Dorfentwicklungskonzepts berücksichtigt werden müssen.

In 127 Gemeinden ist der Bericht also noch nicht fertig – was unter den aktuellen Rahmenbedingungen durchaus ein Problem sein könnte. Denn offiziell endet das vom Land geförderte Projekt zum Jahresende. Es wird also eng. Genau genommen ist es unmöglich, bis dahin in allen Gemeinden auch nur ansatzweise zum Abschluss zu kommen.

„Ende 2019 war nicht zu schaffen“, sagt Helmut Berscheid, Leiter der Abteilung für Kreisentwicklung. Aus diesem Grund werde dem Land nun vorgeschlagen, die Frist bis Ende 2021 zu verlängern. Und sowohl Berscheid als auch Scheer sind zuversichtlich, dass das Land dem zustimmen wird. Mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden sei das jedenfalls schon abgestimmt.

„Wenn man knapp 170 Gemeinden betreuen muss, dann ist das schon eine Herausforderung“, sagt Berscheid. Zwar sei der Betreuungsaufwand von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich, doch kämen täglich zahlreiche Anrufe und Mails. Zudem gebe es auch Gemeinden, in denen der Dorfcheck noch gar nicht begonnen habe. „Nach der Kommunalwahl im Sommer haben sich noch einige Gemeinden bei uns gemeldet“, erklärt Scheer. Dabei habe es sich vor allem um Dörfer gehandelt, in denen ein neuer Ortsbürgermeister gewählt worden sei oder aber sich die Zusammensetzung des Gemeinderats entsprechend verändert habe.

„In vier neuen Gemeinden haben wir die Auftaktveranstaltung bereits hinter uns, in zwei Gemeinden stehen sie als nächstes an und noch zwei weitere haben bei uns angefragt, benötigen dazu aber noch den Beschluss des Gemeinderats“, so die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung.

Darüber hinaus hat sich der vor Jahren als Pilotprojekt gestartete Dorfcheck inzwischen als Export­schlager erwiesen. So wurde mit Unterstützung des Landes im Frühjahr bei der Kreisverwaltung eine sogenannte Transferstelle eingerichtet, die dazu dient andere Landkreise bei der Einführung und Umsetzung des Zukunfts-Check Dorf sowie eines Integrierten Kreisentwicklungskonzepts zu beraten. „Wir haben zum Beispiel bereits Gespräche mit Kollegen in Wittlich und Birkenfeld geführt und hatten kürzlich auch Vertreter aus dem Landkreis Ahrweiler hier“, sagt Scheer. „Wir geben unsere Erfahrungen weiter, lernen durch den Austausch mit den anderen Landkreisen aber auch selbst immer wieder was dazu“, erklärt sie. Und das fließe dann in die Betreuung der Eifelkreisgemeinden mit ein.

Dass es sich vielleicht auch noch weitere Gemeinden des Eifelkreises anders überlegen und nun doch noch am Dorfcheck teilnehmen wollen, ist durchaus möglich. Allerdings ist der Dorfcheck nicht das einzige Instrument. „Wenn Orte als Schwerpunktgemeinden anerkannt sind, fallen sie aus dem Zukunfts-Check raus, weil Schwerpunktgemeinden ja bereits fachlich begleitet werden“, erklärt Berscheid. Zudem gebe es elf Gemeinden, die über das Programm der Städtebauförderung abgedeckt seien und in denen ein ZCD deshalb ebenfalls keinen Sinn ergebe.

„Es gibt also nur wenige Gemeinden, die an keinem der Programme teilnehmen“, sagt der Leiter der Abteilung Kreisentwicklung. Von den 234 Gemeinden des Eifelkreises seien das am Ende höchstens 20.

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