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Zukunftscheck: Man muss immer am Ball bleiben

Archiv Februar 2018 : Zukunfts-Check Dorf - Modellgemeinden im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Bevor der Zukunfts-Check Dorf kreisweit an den Start ging, wurde die Initiative vor fünf Jahren zunächst in acht Modellgemeinden getestet. Der TV hat nachgehört, was aus den Ergebnissen des Projekts geworden ist.

Einmal im Monat ist in Ehlenz Dorftreff.  Und zwar jeden dritten Dienstag im Monat. Die Idee dazu kam vor einigen Jahren im Rahmen des Modellprojekts Zukunfts-Check Dorf. Der Kreis wollte seinerzeit wissen, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, dass sich die Gemeinden selbst mit der Erarbeitung eines Dorfentwicklungskonzepts befassen anstatt diese Aufgabe wie gewohnt an ein externes Planungsbüro zu übertragen.

In Absprache mit den damals noch sieben Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg wurden deshalb acht Modellgemeinden ausgesucht, um in einer Pilotphase das inzwischen kreisweite Projekt zu testen. Und in der damaligen VG Bitburg-Land hat diesen Job  Ehlenz übernommen.

„Der Dorftreff ist aus dem Zukunfts-Check heraus entstanden“, sagt Ortsbürgermeister Alfred Nober. Als ein Ergebnis der Teilnahme an dem Projekt. Im Großen und Ganzen habe sich seit dem Dorfcheck aber nicht viel verändert. „Wir waren ja vorher schon auf einem guten Weg“, sagt Nober und verweist auf die vielen Sanierungsmaßnahmen in der Gemeinde, das rege Vereinsleben und die ausgeprägte Dorfgemeinschaft in Ehlenz.

Trotzdem sei die Teilnahme an dem Projekt gut gewesen, resümiert der Ortsbürgermeister. Wenngleich er jetzt einiges anders angehen würde. „Wir haben aus dem Nichts heraus losgelegt und Erfahrungen gesammelt, von denen die anderen Gemeinden jetzt profitieren“, sagt er. „Im Nachhinein ist man eben immer schlauer.“

Erfahrungen gesammelt hat auch die Gemeinde Feuerscheid (VG Prüm), die ebenfalls eine der Modellgemeinden war. „Bei uns wurden seitdem ein paar Sachen umgesetzt, doch hat sich einiges in der Praxis auch als unrealistisch erwiesen“, sagt der Feuerscheider Ortsbürgermeister Harald Kinnen. „Das grundsätzliche Problem der Gemeinden ist die finanzielle Ausstattung“, erklärt er. Zwar gehe es den Gemeinden in der VG Prüm aufgrund der vergleichsweise niedrigen VG-Umlage insgesamt deutlich besser als vielen Dörfern der benachbarten Verbandsgemeinden, räumt er ein.

Doch um große Projekte umzusetzen, benötige man eben Geld. Unterm Strich aber ist Kinnen froh, dass seine Gemeinde beim Zukunfts-Check Dorf dabei war. „Eine Dorfmoderation ist immer eine gute Sache“, sagt er. Wichtig sei nur, dass man sich auch nach Abschluss des Projekts weiter mit den Themen befasse.

Das kann Erika Schönhofen nur bestätigen. Sie ist Ortsbürgermeisterin in Ernzen (früher VG Irrel, jetzt VG Südeifel) und hat als solche das Pilotprojekt in ihrer Gemeinde begleitet.

„Wir haben damals eine Prioritätenliste erstellt, die wir jedes Jahr besprechen und entsprechend anpassen“, sagt Schönhofen.

So sei beispielsweise das Thema „Innenentwicklung vor Außen­entwicklung“ auf dieser Liste etwas nach hinten verrückt worden, um andere Projekte vorzuziehen. Wie beispielsweise die Gestaltung der gemeindeeigenen Internetseite oder aber die Planung zur Änderung des Friedhofes. Zudem wurde zwischenzeitlich auch die Felsenweiher-Anlage restauriert.

„Einige Projekte hätten wir wahrscheinlich auch ohne den Zukunfts-Check umgesetzt“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Dennoch sei es gut gewesen, sich zunächst einmal so intensiv mit dem Ist-Zustand der Gemeinde zu befassen.

Dabei seien zwar auch die unschönen Dinge zum Vorschein gekommen, so Schönhofen, „aber eine Bereicherung war es auf jeden Fall“. Wichtig sei es, immer am Ball zu bleiben. „Wir stehen ständig im Dialog“, sagt sie.

Außer Ehlenz, Ernzen und Feuerscheid haben auch noch die Gemeinden Arzfeld, Gransdorf (Früher VG Kyllburg, jetzt Bitburger Land), Orenhofen (VG Speicher) und Utscheid (früher VG Neuerburg, jetzt VG Südeifel) am Modellprojekt teilgenommen. Und nicht zuletzt der Bitburger Stadtteil Erdorf. Ortsvorsteher dort ist Werner Becker.

Für ihn war das Vorhaben, das vor gut vier Jahren abgeschlossen wurde, auf jeden Fall ein Erfolg. So sei zum Beispiel bereits während des Dorfchecks das Laurentiusfest wiederbelebt worden.

„Seit 2013 findet es jetzt wieder jedes Jahr statt“, sagt Becker. Weitere Punkte, die auf die Prioritätenliste kamen und bereits abgearbeitet wurden, sind die Errichtung einer E-Bike-Ladestation am Bahnhof, die Installation einer Geschwindigkeitsanzeige, die Umgestaltung des Friedhofes, die Planung und Umsetzung eines Hochwasser- und Starkregenkonzepts oder aber die Schaffung eines Rastplatzes für Wanderer und Radfahrer.

Und in diesem Jahr startet Erdorf mit  dem geplanten Mehrgenerationenplatz beim Bürgerhaus. Das alles seien Anregungen aus dem Dorfcheck gewesen, sagt der Erdorfer Ortsvorsteher. Sei. Fazit: „Auf jeden Fall eine Bereicherung.“