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Zum Durchstarten fehlt Geld aus Mainz

Zum Durchstarten fehlt Geld aus Mainz

BITBURG. Die Freude über die endgültige Starterlaubnis für den Flugplatz Bitburg mischt sich bei der Betreibergesellschaft mit Ärger über nicht eingehaltene Zuschusszusagen des Landes.

"Für uns ist das ein wichtiger Schritt", sagt der Geschäftsführer der Flugplatz Bitburg GmbH, Joachim Horn, nachdem er es jetzt schwarz auf weiß hat, dass auf der Ex-Airbase im Sichtflug gestartet und gelandet werden darf, ohne dafür Sondergenehmigungen einholen zu müssen. Eine wichtige Voraussetzung für die so genannte Genehmigung zur Aufnahme des Flugbetriebs nach dem Luftverkehrsgesetz hatte schon im November das Oberverwaltungsgericht Koblenz geschaffen, als es die Klage zweier Anwohner gegen die bereits 1998 erteilte Fluggenehmigung für den Flugplatz Bitburg endgültig zurückwies (der TV berichtete). In den folgenden drei Monaten war Horn vor allem damit beschäftigt, den früheren US-Militärflugplatz, den die Amerikaner 1994 aufgegeben hatten, endgültig betriebstauglich zu machen. Unter anderem wurde die Befeuerung der 3,4 Kilometer langen und 45 Meter breiten Start- und Landebahn modernisiert. Zudem mussten die Betriebsbestimmungen ausgearbeitet und die Start- und Landegebühren festgelegt werden. Ende Januar prüfte ein Mitarbeiter der Landesluftfahrt-Behörde die technischen und juristischen Voraussetzungen für die Aufnahme des Flugbetriebs in Bitburg. Ende vergangener Woche wurde schließlich die Genehmigung erteilt. Bis zum 30. Juni ist der Flugplatz während der Winterzeit von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Im Sommer kann von 8 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr ohne zusätzlichen Aufwand gestartet und gelandet werden. "Auf Anforderung können wir auch einen 24-Stunden-Betrieb einrichten", erklärt Horn. Zumal die Betriebsgenehmigung zwölf Nachtflugbewegungen erlaubt - genauer: sechs Starts und sechs Landungen. Mitte des Jahres soll geprüft werden, ob diese Öffnungszeiten ausreichen, um den Betrieb, der sich bis dahin einstellen soll, zu bewältigen. Bitburg hofft weiter auf Cargolux

Obwohl Horn einräumt, dass die Situation in der Luftverkehrssektor nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 immer noch angespannt ist, blickt Horn "verhalten optimistisch" in die Zukunft. An der Strategie der Flugplatz GmbH, zu der sich die Landkreise Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Daun und Trier-Saarburg, die Stadt Trier sowie die Handwerks- und die Industrie- und Handelskammer zusammengeschlossen haben, hat sich nichts geändert. Sie verfolgt laut Horn nach wie vor das Ziel, in Bitburg einen Industrie- und Frachtflughafen zu etablieren. Passagierverkehr soll nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zur angestrebten Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Luftfrachtunternehmen Cargo-Lux sagte der Geschäftsführer: "Die Würfel sind noch nicht gefallen. Der Investor wird sich beizeiten betriebswirtschaftlich orientieren und sich auch ansehen, welcher Standort geographisch näher liegt." In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass man sich auf dem Flughafen Zweibrücken bereits konkret auf eine Zusammenarbeit mit Cargolux vorbereitet, da das Frachtunternehmen den Standort in der Pfalz als Ausweis-Flughafen auserwählt habe und Bitburg damit nicht mehr im Rennen sei. Cargo-Lux hatte diese Meldung jedoch dementiert. Keine Fortschritte gibt es derweil bei der Ansiedlung eines Unternehmens, das in Bitburg Airbus-Flugzeuge lackieren soll. Zurzeit laste Airbus nicht einmal seine eigenen Kapazitäten aus, bestätigt Horn. Daher gebe es weiterhin nur eine Absichtserklärung des Lackierunternehmens, allerdings bisher auch keine Absage, betont der Geschäftsführer. Als kleinen Erfolg verbucht er, dass mit Mertes und Barthel ein kleineres Lackierunternehmen, das bereits auf dem Flugplatz angesiedelt ist, im Dezember einen fliegerischen Auftrag übernommen und einer einmotorigen Maschine ein neues Aussehen verpasst hat. Im März soll ein kleiner Passagier-Jet folgen. Für Frust bei den Flugplatzbetreibern sorgt zurzeit vor allem das Land. Denn Mainz hat trotz Vorabzusage vom September, die wegen der bis Ende Januar wirksamen Haushaltssperre auf Eis lag, den Zuschussbescheid für die Sanierung des Towers und der angrenzenden Gebäude immer noch nicht zugestellt. Dabei geht es um 70 Prozent von insgesamt 930 000 Euro. "Wir wollen die Aufträge vergeben, können aber nicht ohne das Geld vom Land", sagt Horn. Das Ganze sei vom Wirtschaftsministerium bereits im vergangenen Jahr "ohne Not in die Haushaltssperre hinein verschleppt" worden. Das Drängen, zumindest einen Teil des Geldes trotz der Sperre freizugeben, habe in den vergangenen Monaten nichts genutzt, obwohl Minister Hans-Artur Bauckhage nochmals versichert habe, dass der Zuschuss von 2,55 Millionen Euro zu den insgesamt 3,71 Millionen, die nötig sind um den Flugplatz instrumentenflugtauglich zu machen, in jedem Fall fließen werden. Den Zustand des Towers zwischen der funktionstüchtigen Kanzel und dem Boden bezeichnet Horn als dringend sanierungsbedürftig. Die geplante Vermarktung des Gebäudes sei in diesem Zustand nicht möglich. "Im Moment haben wir das Gefühl, dass wir vom Land ausgebremst werden", sagt Horn und fordert Bauckhage auf, seine Zusagen einzulösen.