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Zur Not heizt eben die Sonne das Wasser

Zur Not heizt eben die Sonne das Wasser

Bis zu drei Millionen Euro würde eine umfassende Sanierung des Kyllburger Freibads laut Gutachten kosten. "Zu teuer", meint die VG Bitburger Land. Weil sie die Einrichtung aber auf jeden Fall erhalten möchte, zeichnet sich nun eine Sanierung im überschaubaren Rahmen ab.

Kyllburg. Dass in Kyllburg bereits vor gut einem Monat die Freibadsaison eingeläutet wurde, hat kaum einer mitbekommen. Was allerdings weniger mit der Lage des Freibads zusammenhängt, sondern schlichtweg mit dem Wetter.
Mehr Wasser, als in den vergangenen Wochen von oben kam, kann selbst ein Sprung ins Becken nicht bieten. Doch es gibt natürlich auch Phasen, in denen sich die Sonne durchsetzen kann. So wie beispielsweise am Donnerstag. An Tagen wie diesem wird die Kyllburger Einrichtung gerne besucht. Das war in den vergangenen Jahren immer so.
Wärmepumpe ist 30 Jahre alt


Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Darin sind sich die Fraktionen im Rat der VG Bitburger Land einig. Klar ist aber auch, dass dafür investiert werden muss.
Denn im Kyllburger Freibad herrscht Sanierungsstau: Die Folie der Schwimmbecken ist porös und hat Risse, die Umkleidekabinen und die Boiler der Duschen müssten erneuert werden. Zudem wird die inzwischen 30 Jahre alte Wärmepumpe mit einem Kältemittel betrieben, das gar nicht mehr im Handel angeboten werden darf. Sollte die Pumpe also ausfallen, könnte diese nicht mehr repariert werden. Ohne Austausch der Anlage ließe sich das Wasser dann nur noch durch die Sonneneinstrahlung aufheizen. Was in diesem Jahr bislang nicht wirklich viel gebracht hätte.
Aus diesem Grund hat die VG im vergangenen Jahr ein Gutachten in Auftrag gegeben, um mögliche Alternativen einer Sanierung oder eines Umbaus zu prüfen.
Untersucht wurden dabei laut VG-Bürgermeister Josef Junk drei Varianten: eine umfassende Sanierung der Anlage, eine Beseitigung der Mängel, um den Erhalt für die nächsten Jahre zu sichern, und die Umgestaltung des Freibads in ein Naturbad.
Letzteres würde bedeuten, dass statt Chlorwasser natürliches Wasser genutzt und mit Hilfe von Pflanzen wie Schilf gereinigt wird. Zudem wird das Wasser in Naturbädern nicht geheizt, sodass sich insgesamt die Unterhaltungskosten spürbar reduzieren ließen.
Die Ergebnisse dieser Studie liegen inzwischen vor. Und wie Junk erklärt, kommt die Einrichtung eines Naturbads nicht infrage. Denn wegen der direkten Lage an der Kyll liegen Teile des Freibads im Hochwasserbereich. "Und wenn dann ein Hochwasser kommt, geht das Schilf kaputt", sagt Junk. Deshalb blieben nur konventionelle Lösungen übrig, fügt der Bürgermeister hinzu. Wovon eine allerdings an den Kosten scheitern dürfte.
Halbe Million Euro für Erhalt


"Es gibt die Möglichkeit, die Becken entweder wieder mit Folie oder aber mit Edelstahl auszustatten", sagt Junk. Letzteres sei Bestandteil der teureren Variante, die nach Aussage von Junk zweieinhalb bis drei Millionen Euro kosten würde. "Das ist natürlich eine riesige Hausnummer, weshalb nun überlegt wird, das Freibad mit möglichst geringem Aufwand für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu erhalten", erklärt der Verwaltungschef.
Möglichst geringer Aufwand hieße, die Becken erneut mit Folie auszukleiden. Wobei die Qualität dieser Folien inzwischen auch deutlich besser sei als früher, wie Junk erklärt. Zudem stelle sich die Frage, ob das Wasser überhaupt geheizt werden müsse, fügt er hinzu. Denn das übernehme im Sommer ja die Sonne.
"Der Gutachter hat vorgeschlagen, es so zu machen, dass das Freibad wieder 25 bis 30 Jahre fit ist", sagt Junk. Das allerdings würde dann bis zu drei Millionen Euro kosten, was viel zu viel sei. Der Bürgermeister geht davon aus, dass bereits mit einer halben Million Euro der Bestandserhalt für die kommenden Jahre gesichert werden könne. "Wir müssen schauen", so Junk, "wie wir auf ein Maß kommen, das politisch vertretbar ist."