1. Phase der Bauarbeiten abgeschlossen: Zurück ins Wasser – vorläufig

1. Phase der Bauarbeiten abgeschlossen : Zurück ins Wasser – vorläufig

Fast ein Jahr war das Irreler Hallenbad wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Ab kommendem Montag ist es wieder geöffnet – das aber auch nur vorerst. Denn die eigentliche Sanierung steht noch an.

Der Strom wurde abgestellt, die Deckenverkleidung entfernt. Mit Schwitzen ist hier Schluss. „Die Sauna werden wir nicht wieder in Betrieb nehmen“, sagt Robert Steimetz und zeigt dabei nach oben, wo die Installationen sichtbar sind. Wie der Vorstand der Südeifelwerke erklärt, musste die Deckenverkleidung entfernt werden, um die Betondecke zu untersuchen. Es sei ohnehin nicht Aufgabe der Verbandsgemeinde, eine Sauna vorzuhalten.

Da im Zuge der bevorstehenden Sanierung des Hallenbads der Umkleidebereich vergrößert werden müsse und dies nur auf Kosten des Saunabereichs möglich sei, sei entscheiden worden, den Betrieb der in die Jahre gekommenen Schwitzstätte einzustellen. Das Hallenbad wird also am Montag wieder geöffnet. Das Thema Sauna hat sich aber damit endgültig erledigt.

Die Untersuchung der Betondecke, von der im Übrigen nicht nur die Sauna, sondern auch der Badebereich betroffen war, ist allerdings nicht der Grund, warum das Irreler Schwimmbad vor fast einem Jahr geschlossen wurde.  Das eigentliche Problem liegt, beziehungsweise lag ein Stockwerk tiefer, im Technik- und Heizungsbereich. Dort waren in einem der Räume die Abwasserleitungen undicht.

Um diese zu reparieren, mussten allerdings zunächst die beiden gewaltigen, hintereinanderliegenden Pufferspeicher aus dem Raum entfernt werden. Geheizt wurde das Wasser in diesen Speichern mit einer 800-KW-Elektroheizung, deren extrem hoher Strombedarf von bis zu 850 000 Kilowattstunden im Jahr einigen Mitgliedern des VG-Rats schon lange ein Dorn im Auge war.

Die Puffer und die Elektroheizung wurden also entfernt und nun durch einen modernen 400-KW-Gaskessel ersetzt. 200 000 Euro waren dafür ursprünglich angesetzt, gekostet hat die Sanierungsmaßnahme laut Steimetz schließlich aber doch 300 000 Euro.

Wie der Werkleiter erklärt, hänge das zum einen mit Altlasten zusammen, auf die man bei der Renovierung gestoßen sei, vor allem aber damit, dass sich auf die Ausschreibung nur ein Unternehmen gemeldet habe. Und dessen Angebot habe bereits bei 240 000 Euro gelegen. „Die Handwerker haben die Auftragsbücher voll und suchen zudem händeringend nach Fachkräften“, sagt Steimetz. Die Zeiten, in denen man bei Ausschreibungen die große Auswahl gehabt habe, seien vorbei. Und entsprechend gestiegen seien auch die Baukosten.

Vor diesem Hintergrund geht der Südeifelwerke-Vorstand auch davon aus, dass die umfassende Sanierung des Hallenbads, die losgelöst von der Erneuerung der Heizanlage, in den kommenden Jahren ansteht, wahrscheinlich deutlich teurer werden wird als zunächst gedacht.

4,1 Millionen waren grob veranschlagt. „Doch das wird bei weitem nicht reichen“, ist Steimetz überzeugt. Immerhin: Diese 4,1 Millionen Euro werden zu 90 Prozent vom Bund bezuschusst. Das Geld stammt aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen und ist für die VG ein Glücksfall, weil sich bundesweit viele Kommunen um eine Förderung aus diesem Topf beworben hatten (der TV berichtete).

Dazu zählt beispielsweise auch die Nachbar-VG Bitburger Land, die gerne das Freibad in Kyllburg sanieren würde. Doch während für die Kyllburger Anlage eine Absage erteilt wurde, kann sich die VG Südeifel für ihr Bad in Irrel über einen zugesagten Zuschuss von 3,69 Millionen Euro, der höchsten Einzelfördersumme im gesamten Bundesgebiet, freuen.

Wie viel von dieser Freude am Ende übrig bleiben wird, hängt davon ab, was die Sanierung des mehr als 40 Jahre alten Schwimmbads letztlich kosten wird. Und das wiederum hängt auch von den Untersuchungen der Betondecke ab, wozu derzeit ein Gutachten erstellt wird. Zudem befindet sich im gleichen Gebäude, ein Stockwerk höher, die Turnhalle der Irreler Grund- und Realschule plus. Die muss ebenfalls renoviert werden, ist aber wie auch der Rest der Schule in Trägerschaft des Eifelkreises.

VG und Kreis sind sich grundsätzlich einig, das Projekt, das auch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle umfasst, gemeinsam anzugehen. Nur muss das abgestimmt und von den Gremien der beiden Verwaltungsebenen auch beschlossen werden, was den Prozess nicht unbedingt erleichtert.

Wie der Werkleiter erklärt, gebe es Ende August ein Gespräch mit dem für die Förderung zuständigen Bundesministerium, bei dem über den Umfang der geplanten Sanierung gesprochen werde. „Im Herbst wollen wir dann mit dem Interessensbekundungsverfahren starten“, sagt er. Danach folge die europaweite Ausschreibung. Steimetz geht davon aus, dass es mindestens noch ein Jahr dauern wird, bis mit der Sanierung begonnen wird. „Bis dahin“, so der Werkleiter, „wird der Betrieb hier ganz normal weiterlaufen.“

Nur eben ohne Sauna. Dafür aber mit einer neuen Heizung. Und von der erhofft sich die VG bis zu 50 000 Euro weniger Energiekosten pro Jahr.  Die Investition hätte sich demnach in fünf bis sechs Jahren amortisiert.

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