Zurück zu den Eifeler Wurzeln
Nachfahren von Amerika-Auswanderern aus der Eifel besuchten jüngst die Auswanderer-Ausstellung in Bitburg. Die Schau im Kreismuseum ist noch bis zum Sonntag zu sehen.
Bitburg. (red) Was würde wohl Jakob Paltzer aus Pickließem denken, wenn er wüsste, dass fast 130 Jahre nach seiner Ankunft in Amerika seine Ur-Enkelin Judie mit ihrem Ehemann Kurt und seine Ur-Ur-Enkelin Kaitlynn Koeppler aus Oshkosh/Wisconsin die Migrantenausstellung mit seiner Biographie in seiner Eifeler Heimat besuchen würden? Über New York und Chicago war Paltzer 1878 wie viele Eifeler aus wirtschaftlichen Gründen aus der "Burg" in Pickließem nach Amerika ausgewandert. Wegen seiner Tüchtigkeit brachte er es als Farmer in Wisconsin zu Wohlstand. Nach ihm wurde zudem in Appleton die Old Paltzer Lane benannt. Jakob galt und gilt sowohl in seiner amerikanischen als auch in seiner Eifeler Familie als Synonym für den Erfolg ehrlicher Arbeit. Jakobs Arbeitsethos hat die Nachfahren in Pickließem und Amerika zu Tüchtigkeit als Grundstein von beruflichem Erfolg nachhaltig motiviert.Spontaner Besuch in Bitburg
Jakob Paltzer war Vater von zehn Kindern: fünf Jungen und fünf Mädchen. Die Fotos seiner Familie hatte er seiner Schwester Magdalena nach Pickließem geschickt. Die Bilder und mehr als zehn Briefe wurden von der Familie Weber-Franzen auf dem Burgerhof in Pickließem in Ehren gehalten. Zusammen mit der Korrespondenz der amerikanischen Nachfahren seit den 1870er Jahren sind sie in die Dokumentation der Migranten-Ausstellung des Bitburger Kreismuseums eingeflossen. Als Ur-Enkelin Judie Koeppler von der Ausstellung in Bitburg erfuhr, kündigte sie spontan den Besuch ihrer Familie im Kreismuseum an. Der Leiter des Kreismuseums, Burkhard Kaufmann, begrüßte die Gäste aus den USA gemeinsam mit ihren Pickließemer Verwandten dann am Tag der offenen Tür der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Bewegt von den Eindrücken der Darstellung des amerikanischen Traums ihres Vorfahren Jakob Paltzer in der Migranten-Ausstellung bedankte sie sich bei Burkhard Kaufmann im Namen ihrer Familie.Die aktuelle Migranten-Ausstellung ist noch bis 4. Juni im Kreismuseum zu sehen. Die letzte öffentliche Führung ist am 3. Juni um 15 Uhr.