Zurück zur Sachpolitik

Der FWG-Regionalverband Trier hat sich nun auch in die nach der geplatzten Sparkassen-Fusion entstandene Debatte eingeschaltet. Vorsitzender Dieter Müller fordert die Rückkehr zur Sachpolitik.

Trier/Bitburg. (mr) Der FWG-Regionalverband Trier übt Kritik am Fraktionschef der CDU im Bitburg-Prümer Kreistag, Patrick Schnieder. Auf dessen Forderung, den Trier-Saarburger FWG-Politiker Hugo Kohl nach dessen Nazi-Attacke gegen Michael Billen (CDU) "vom Feld zu nehmen", falls denn die FWG "einen Hauch von Anstand" besitze, reagiert nun der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft in der Region Trier, Dieter Müller. Es sei schon immer ein besonderer Wesenszug der CDU gewesen, sich als "Moral-Apostel mit besonderem Auftrag" von allen anderen abzuheben, meint Müller. Dies rühre noch aus einer Zeit absoluter Mehrheiten in allen kommunalpolitischen Gremien innerhalb der Region Trier bis hin zur Landespolitik. Müller: "Inzwischen hat sich die politische Landschaft gründlich gewandelt. Auch auf regionaler Ebene wird die CDU weiter an Boden verlieren."Was die verbale Entgleisung Hugo Kohls angehe, so habe sich die FWG auf Kreis-, Verbands- und Regionalebene mit allem Nachdruck distanziert. "Darüber hinaus wurde er aufgefordert, neben der Rücknahme seiner Entgleisung eine weitere Entschuldigung auszusprechen. Es ist nicht der Stil der FWG, Vergleiche mit dem unseligen NS-Regime anzustellen; derart verwerfliche Ausrutscher haben wir auch schon bei den Parteien in den oberen Etagen vernommen", betont Müller. Bei Hugo Kohl sei diese "Kurzschlusshandlung" nach der misslungenen Sparkassen-Fusion aufgetreten.Um die Region weiter zu entwickeln, braucht man nach Dieter Müllers Ansicht Persönlichkeiten, die sich von der "Kirchturmpolitik" lösen könnten. Gleichwohl sei die Region noch weit entfernt von einem gemeinsamen strategischen Denken und Handeln. Müller: "Die Region schädigende Politik muss ein Ende haben. Ein Zurück zur Sachpolitik ist dringend erforderlich. Die Frage stellt sich, ob dies mit den derzeitigen Partei-Strategen noch möglich ist." Wirtschaft und Kammern seien nun gefordert, sich einzuschalten.

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