Zweckverband plant große Investitionen bis zum Jahr 2030

Tourismus : 8,7 Millionen Euro für den Naturpark Südeifel

Der Zweckverband Naturpark Südeifel will bis 2030 rund 8,7 Millionen Euro investieren. Geplant sind barrierefreie Wanderwege, ein Naturparkbus, Schulpatenschaften und der Aufbau einer Akadamie.

Elf Jahre sind eine lange Zeit. Die Welt wird 2030 nicht mehr die Gleiche sein. Und auch der Naturpark Südeifel wird sich verändern. Er soll es sogar, finden die Verantwortlichen.

8,7 Millionen Euro will der Zweckverband in den nächsten zehn Jahren investieren. Das ist rund eine Million mehr als im vergangenen Jahrzehnt. Wohin die Reise gehen soll, hat der Zweckverband in einem Plan festgehalten. Der wurde jüngst dem Kreistag Bitburg-Prüm vorgestellt.

Ausgangspunkt des Leitfadens war die Naturpark-Konferenz im September 2016. Seitdem haben sich rund hundert Akteure aus der Region eingebracht. Mehr als zwei Jahre lang gab es Konferenzen, Zukunftswerkstätten und Expertengespräche.

Herausgekommen ist ein Programm mit 20 strategischen Zielen, 58 Handlungszielen, 36 Projekten und über 200 Maßnahmen. Doch in einem Punkt unterscheidet sich der Plan von vielen anderen Konzepten, die irgendwann in Schubladen verschwinden: Der Naturparkplan 2030 nennt bemerkenswerte und sehr konkrete Projekte. Ein Überblick.

Barrierefreiheit: Der Naturpark Südeifel will bis 2030 zugänglicher für beeinträchtigte Menschen werden. Für rund 150 000 Euro werden und wurden 2019 bereits  barrierefreie „Komfortwanderwege“ an den Stauseen Biersdorf und Irrhausen, rund um Wolsfeld, Ammeldingen bei Neuerburg und Waxweiler angelegt. Weitere Investitionen und Wanderwege sind in Planung. Auch  Sehenswürdigkeiten und  Gastbetriebe sollen behindertengerecht werden. Ein erstes Projekt: eine rollstuhltaugliche Aussichtsplattform an der Liboriuskapelle in Enzen.

Der neue Streuobstberater Holger Tülp (links) setzt sich gemeinsam mit Anne Stollenwerk (Naturpark Nordeifel), Jürgen Lorenz (DLR Rheinpfalz) und Daniela Torgau (Naturpark Südeifel) für den Erhalt der Streuobstwiesen ein. Foto: Uwe Hentschel

Naturschutz: Der Naturpark will in den kommenden Jahren auch weiterhin viel für Umwelt- und Artenschutz tun. Flüsse und Bäche sollen renaturiert, Blühstreifen gesäht und die landschaftsprägenden Streuobstwiesen gepflegt werden. Für den Erhalt der Obstbäume haben die Naturparks Nord- und Südeifel inzwischen ein gemeinsames Büro in Irrel eingerichtet.

Umweltbildung: Der Zweckverband will den Naturschutz aber auch stärker in Schulen und Kitas tragen. Denn laut Geschäftsführerin Torgau „ist das Zeitfenster für die Schaffung neuer Bildungsangebote in Zeiten von Fridays for Future zurzeit günstig.“ Kooperierenden Einrichtungen wird der Naturpark Lehrmaterial zu Heimat-, Umwelt- und Kulturkunde bereitstellen.

Außerdem plant der Verband den Aufbau einer Akadamie in den Räumen des Naturparkzentrums Teufelsschlucht. Stattfinden sollen dort Fortbildungen für Ranger und Gastgeber sowie „Mitmachangebote“ für Laien – etwa Lehrgänge zur Biotoppflege.

Sehenswürdigkeiten: Aber auch Touristen sollen im Park mehr zu sehen bekommen. Bislang habe der Naturpark das archäologische Erbe der Region etwas vernachlässigt, gibt Torgau zu. In Zukunft werde sich das aber ändern.

Fördern will der Park „die Inszenierung von Natur- und Kulturschauplätzen“: zum Beispiel das Ferschweiler Plateau, aber auch die römische Villa in Holsthum. „Wir müssen mehr Reklame für die Orte machen, die die Menschen wirklich sehen wollen“, sagt die Geschäftsführerin und denkt dabei etwa an Stelen, die Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten erzählen.

Naturparkbus und Fahrräder: Um zu diesen besonderen Orten zu gelangen, sollen Parkbesucher künftig auch mal das Auto am Hotel stehenlassen dürfen. Geplant ist zum Beispiel eine Buslinie, die die Sehenswürdigkeiten der Gegend miteinader verbindet. Eine solche Route wird in der Südeifel auch bald an den Start gehen: die Linie 418. Wer lieber radeln oder Autofahren will, soll sich künftig E-Bikes und E-Autos leihen können. Ladestationen will der Zweckverband installieren.

Ausblick: Um all das umzusetzen, braucht es allerdings Geld und Personal. Das macht Geschäftsführerin Torgau im Kreistag deutlich. Für eine Aufstockung der Mittel plädiert auch Moritz Petry (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Südeifel: „Wir können mehr als stolz sein auf die letzten 60 Jahre. Die Zukunft bereitet mir aber Sorgen.“ Der Park brauche langfristig mehr Personal, um auch genügend Fördermittel für die 8,5 Millionen stellen zu können. Auch SPD-Sprecher Nico Steinbach sagt: „Der Park muss gefördert werden. Er gehört zur DNA unserer Region“.

Einen Überblick über das Konzept gibt es online unter: www.naturpark-suedeifel.de unter dem Reiter „Naturparkplan Südeifel 2030“

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