Zwei Brüder in Bitburg vor Gericht: Zum Autodiebstahl verabredet, von der Polizei abgehört

Zwei Brüder in Bitburg vor Gericht: Zum Autodiebstahl verabredet, von der Polizei abgehört

Zwei Brüder hatten den Plan gefasst, Autos zu stehlen und zu verkaufen. Einer setzte diesen Plan auch um. Deswegen hat das Amtsgericht Bitburg beide gestern verurteilt. Während die Strafe des Jüngeren von acht Monaten zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilte das Gericht den Älteren zu mehreren Jahren Haft.

Ein anonymer Tipp gab Anfang 2014 den Ausschlag: In Bitburg seien zwei Brüder in Autodiebstähle verwickelt, erfährt die Polizei. Monatelang hört sie daraufhin die Telefone der beiden Brüder ab. Eine Verbindungsperson der Polizei nimmt Kontakt zu dem jüngeren der beiden Brüder auf, gibt sich als Interessent aus. Er könne ihm ein paar Autos besorgen, sagt der Bruder zu. Am 26. Juli soll die Übergabe auf einem Autobahnrastplatz stattfinden. Doch der Termin wird verschoben. Schließlich bricht der Kontakt zwischen den beiden ab, im November stellt die Polizei die Überwachung ein.
Am Mittwoch mussten sich die beiden Brüder vor dem Amtsgericht Bitburg verantworten. Ihnen wurde Verabredung zum Bandendiebstahl sowie Bandendiebstahl vorgeworfen. Die beiden Angeklagten zeigten sich von Beginn an voll geständig.Treffen mit dem V-Mann


So gibt der jüngere Bruder zu, sich mit dem V-Mann getroffen zu haben und diesem zugesagt zu haben, drei Autos besorgen zu können. Er bricht aber den Kontakt zu dem Mann ab und reagiert weder auf SMS noch auf Anrufe, auch weil seine Lebenspartnerin ihm ein Ultimatum gestellt hat, wie Pflichtverteidiger Hendrik Francois erläutert.
In seinem Schlussplädoyer bittet der Anwalt um ein mildes Urteil: Seinem Mandanten sei bewusst, dass er sich an einem Scheideweg in seinem Leben befinde, die Prognose sei gut. Zudem sei er der Alleinernährer für seine Lebenspartnerin sowie deren drei Kinder und habe eine feste Arbeit. Das Gericht folgt in diesem Fall der Forderung der Staatsanwaltschaft und verurteilt ihn zu acht Monaten auf Bewährung. Francois zeigt sich damit zufrieden: "Unser primäres Ziel, die Bewährung, haben wir erreicht."Alkohol und zehn Vorstrafen


Etwas anders liegt der Fall bei dem älteren Bruder, der bereits zehn Mal vorbestraft ist. Er soll die meisten Straftaten unter Einfluss von Alkohol und Amphetaminen begangen haben, wie sein Pflichtverteidiger Günther Grün ausführt. Dazu zählt neben der Verabredung zum Bandendiebstahl auch ein Fall im April 2014, wo der Angeklagte an einem Autodiebstahl beteiligt war.
Unter Berücksichtigung von zwei Strafen von Juni 2015 und Januar 2016 sowie von weiteren Straftaten ergab sich für ihn eine Gesamtstrafe von drei Jahren und einem Monat. "Er hat sein Leben jetzt selbst in der Hand", bilanzierte Grün mit Blick auf eine 22-monatige Rehabilitationsmaßnahme, die der Angeklagte in der kommenden Woche antreten will. Sollte er sich dort gut verhalten und keine Rückfälle haben, könne eine Reststrafe möglicherweise zur Bewährung ausgesetzt werden.
Die Angeklagten und ihre Verteidiger sowie die Staatsanwaltschaft kündigten an, auf Rechtsmittel zu verzichten. Das Urteil ist damit rechtskräftig. cli

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