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Zwei Männer, zwei Meinungen: Bitburgs Bürgermeisterkandidaten stehen Rede und Antwort

Zwei Männer, zwei Meinungen: Bitburgs Bürgermeisterkandidaten stehen Rede und Antwort

Vom Cascade-Bad über den Flugplatz bis zum Tourismus: Das sagen die Bürgermeisterkandidaten zu Bitburgs Dauerbrenner-Themen.

Nein, einer Meinung sind sie nicht immer. Joachim Kandels und Ralf Olk positionieren sich bei fast jeder Frage unterschiedlich. Beide kandidieren, für das Bürgermeisteramt. Kandels (CDU) will im Rathaus bleiben, Olk (parteilos) will ihn ablösen. Seine Kandidatur wird von Liste Streit und SPD unterstützt. Die Entscheidung fällt am Sonntag, 24. September.

Wir haben vom Cascade-Bad bis zum Flugplatz eine Menge angesprochen. Kandels verweist eher auf das, was seiner Ansicht nach gelungen ist. Herausforderer Olk nimmt die Punkte in den Blick, wo es nach seiner Meinung nicht rund läuft. Aufgabe der Bewerber war es, die Sätze in Kürze fortzusetzen.

Wenn ich an das Cascade-Bad denke…
Kandels: … so ist dies eine wichtige Einrichtung, die durch die anstehenden Sanierungsmaßnahmen auch erhalten bleiben wird.
Olk: … erinnere ich mich daran, wie unsere Kinder dort schwimmen gelernt haben - und fürchte zugleich, dass der enorme Sanierungsbedarf die planlose Stadtspitze einmal mehr konzeptionell überfordert und Bitburg darüber finanziell baden zu gehen droht.

Dass Bitburg einen Flugplatz samt Landebahn hat, halte ich für …
Kandels: … das Ergebnis der Konversionsentwicklung. Die Verkürzung der Landebahn begrüße ich, denn damit ist das Thema der großen fliegerischen Nutzung beendet.
Olk: … zwei Wahrheiten in einer: Das Gewerbegebiet Flugplatz hat sich bekanntlich prächtig und segensreich für unsere Stadt entwickelt. Für die Landebahn gilt es, endlich alternative Nutzungsmöglichkeiten ernsthaft anzugehen, denn die fliegerische Nutzung ist und bleibt ein Rohrkrepierer und braucht kein Mensch.

Um Bitburg für Familien attraktiver zu machen, braucht es vor allem …
Kandels: … Kitaplätze, gut ausgestattete Schulen und Betreuungsangebote, sichere Radwege und auf Familien zugeschnittene Freizeitangebote.
Olk: … viel mehr als ein paar aufgehübschte Spielplätze - das beginnt bei bezahlbarem Wohnen, erstklassiger Kinderbetreuung und Bildung und hört auch bei familienfreundlichem Nahverkehr noch nicht auf.

Wichtig dafür, dass junge Leute gerne in Bitburg bleiben oder hierher zurückkommen, ist …
Kandels: … dass sie die Perspektive haben, hier attraktive Arbeitsplätze zu finden, eine Existenz und Familie zu gründen; dazu müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen.
Olk: … eine echte Perspektive zu schaffen, dass es sich für sie hier gut leben und arbeiten lässt: Ich erkenne in der Digitalisierung unsere Chance, weil sie Berufstätigkeit ortsunabhängig macht - dank Internet wird man in Bitburg genauso nah dran sein wie in Köln. Machen wir daher Bitburg auf jeglichen Feldern fit für die Zukunft in Gestalt der nächsten Generation, sonst wandern unsere jungen Leute notgedrungen ab.

Damit Senioren sich in Bitburg wohlfühlen, sollte …
Kandels: … ein Konzept 60plus entwickelt werden, das die Themen Barrierefreiheit, Mobilität, Wohnen im Alter und Aktivitäten betrachtet.
Olk: … neben den vorhandenen sozialen Einrichtungen und "Betreutem Wohnen" ein differenziertes Angebot entstehen, die älteren oder auch behinderten Menschen ein möglichst eigenständiges Leben, die echte Teilhabe an der Gemeinschaft erlaubt und damit Inklusion wirklich gelingen lässt. Bei all den Veränderungen, die so oder so auf uns zukommen werden, liegt mir am Herzen, Menschen in jedem Alter mitzunehmen.

Bitburg könnte mehr Touristen anziehen, wenn …
Kandels: … der archäologische Parcours realisiert, Stellplätze für Wohnmobile geschaffen und das Rad- und Wanderwegenetz ausgebaut werden. Die Investitionen in die Attraktivität der Stadt und der Freizeiteinrichtungen werden auch den Touristen zugutekommen.
Olk: … einerseits das, was es hier alles zu erleben gibt, besser koordiniert, gekonnter präsentiert und wirksamer beworben werden würde. Und andererseits, wenn die fehlenden Übernachtungskapazitäten entstehen: Da werden sich Investoren finden, wenn sie nur den nötigen Rückenwind vonseiten der Rathausspitze erkennen. Das sind natürlich Themen, wo ich meine besondere Erfahrung gerne einbringen werde.

Was das kulturelle Angebot angeht, ist die Stadt …
Kandels: … mit dem Angebot der Kulturgemeinschaft, des Hauses Beda, des Hauses der Jugend, der Bitburger Stadthalle, dem Europäischen Folklore-Festival und den vielseitigen Aktivitäten unserer Kultur treibenden Vereine sehr gut aufgestellt.
Olk: … auf einem guten Weg!

Von einer Brötchentaste für die Innenstadtparkplätze halte ich …
Kandels: … viel - ich begrüße die Initiative des Gewerbevereins mit den "fairen Parkplätzen" oder den Vorstoß der FBL bezüglich der "Bitburg-Parkscheibe".
Olk: … sehr viel - wenn wir diesen kleinen, feinen Baustein einweben in jenes durchdachte Gesamtkonzept, Bitburgs Masterplan 2030, den ich gemeinsam mit Stadträten, Bürgerschaft und allen relevanten Akteuren erarbeiten will.
Was wollen SIe von den Kandidaten wissen? Schicken Sie uns Ihre Fragen an eifel@volksfreund.de (mit Name und Wohnort). Wir wählen die besten aus und stellen sie den Bewerbern.Extra: TERMIN ZUM VORMERKEN


Beim TV-Forum am Mittwoch, 13. September, um 19 Uhr im Haus der Jugend in Bitburg haben Sie die Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu bekommen. Wir sprechen dort mit den Bürgermeisterkandidaten Joachim Kandels und Ralf Olk - und natürlich können dabei auch Sie Ihre Fragen stellen. Seien Sie dabei!