Zwei Megabit sind zu wenig

Zwei Megabit sind zu wenig

154 Gemeinden des Eifelkreises werden derzeit im Rahmen der kreisweiten Breitbandinitiative mit schnelleren Internetzugängen versorgt. Bislang galt die Initiative nur für die Orte, in denen die Übertragungsgeschwindigkeit bei unter zwei Megabit pro Sekunde lag. Nun sollen auch die Dörfer zum Zug kommen, in denen bei der Mehrheit der Haushalte maximal sechs Megabit zur Verfügung stehen.

Bitburg. Man kann vieles schönreden. Doch wenn in 160 von 235 Gemeinden die Internetversorgung der Haushalte derart schlecht ist, dass das Herunterladen einer Datei trotz DSL-Anschluss bis zu 130 Mal länger dauert als beispielsweise in Bitburg, dann ist das nicht nur ein kleines Problem, sondern eine gravierende Versorgungslücke. Und genau so war die Situation im Eifelkreis Bitburg-Prüm, als dort vor gut vier Jahren mit der Breitbandinitiative begonnen wurde.
"Die Ausbauvoraussetzungen hier in der Eifel waren sehr, sehr schlecht", sagt Martin Fornefeld, "doch wir haben es geschafft, den Eifelkreis an die Spitze der Bewegung in Rheinland-Pfalz zu setzen." Fornefeld ist Geschäftsführer der Düsseldorfer Micus Management Consulting GmbH, die im Auftrag des Eifelkreises einen Masterplan zur Verbesserung der Internetversorgung erstellt hat. Auf Grundlage dieses Plans wurden seit 2012 bereits 40 Gemeinden mit schnelleren Internetzugängen ausgestattet. Und weitere 100 Orte sollen bis Mitte dieses Jahres folgen. Insgesamt wurden bislang für 154 Gemeinden Förderanträge gestellt. Laut Kreis liegen die Investitionen, von denen insgesamt knapp 20 000 Haushalte profitieren sollen, bei 13,32 Millionen Euro. 8,66 Millionen Euro trägt davon das Land, die restlichen 4,66 Millionen übernimmt Bitburg-Prüm. Der Kreis hat damit sein selbst gestecktes Ziel annähernd erreicht. Der Kreis hat zwischenzeitlich aber auch erkannt, dass die Schwelle für eine Förderung zu hoch oder genau genommen zu niedrig angesetzt wurde. Denn während sich die einst völlig unterversorgten Gemeinden nun über eine deutlich bessere Internetversorgung mit Übertragungsraten von mindestens 16 Megabit pro Sekunde freuen können, gibt es im Eifelkreis nach wie vor rund 50 Gemeinden, in denen 95 Prozent der Haushalte zwar mehr als zwei Megabit pro Sekunde haben, aber auch mit weniger als sechs Megabit pro Sekunde auskommen müssen. Zum Verschicken kleinerer Datenmengen reicht das aus. Doch wer Angebote wie Internetfernsehen nutzen möchte, stößt schnell an seine Grenzen.
Aus diesem Grund hat der Kreis in Absprache mit dem Land kürzlich beschlossen, die so genannte Aufgreifschwelle, die als Grundlage für die Aufnahme in die Breitbandinitiative gilt, von zwei auf sechs Megabit pro Sekunde zu erhöhen. Damit kommen zu den 154 Gemeinden, für die bereits Förderanträge gestellt wurden, weitere 55 Dörfer hinzu (siehe Extra). Rund sechs Millionen Euro, von denen der Kreis 2,1 Millionen Euro übernimmt, sollen dafür zusätzlich investiert werden.
Wann und in welcher Reihenfolge diese Gemeinden an der Reihe sind, steht noch nicht fest. Erklärtes Ziel des rheinland-pfälzischen Infrastrukturministers Roger Lewentz ist es aber, bis 2018 landesweit eine flächendeckende Versorgung mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen.
Extra

In folgenden Gemeinden soll die Internetversorgung verbessert werden: VG Prüm: Auw bei Prüm, Bleialf, Dingdorf, Giesdorf, Kleinlangenfeld, Pittenbach, Pronsfeld, Oberlauch, Roth bei Prüm, Schwirzheim, Winterscheid. VG Arzfeld: Großkampenberg, Hargarten, Herzfeld, Irrhausen, Lambertsberg, Leidenborn, Manderscheid, Niederpierscheid, Pintesfeld, Plütscheid, Sengerich. VG Bitburger Land: Biersdorf am See, Birtlingen, Dockendorf, Ehlenz, Etteldorf, Feilsdorf, Gindorf, Hamm, Heilenbach, Hisel, Idesheim, Ließem, Malberg, Oberweiler, Schleid, Seffern, Seinsfeld, Steinborn, Wiersdorf. VG Südeifel: Altscheid, Bauler, Bollendorf, Burg, Gemünd, Herbstmühle, Körperich, Menningen, Muxerath, Peffingen, Plascheid, Rodershausen, Scheuern. VG Speicher: Spangdahlem. uhe

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