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Zwei Risiko-Gruppen stehen im Mittelpunkt bei  der Befragung zum Thema Gesundheit und Sucht beim Caritasverband Westeifel

Gesundheit und Konsum : Alkohol und Drogen: Umfrage läuft noch bis Ende Januar

Zwei Risiko-Gruppen stehen im Mittelpunkt bei  der Befragung zum Thema Gesundheit und Sucht. Es geht um soziale Normen, Prävention, Eigenverantwortung und Lebensqualität.

(ma) Bei der Abifeier haben sich Lea und Florian so richtig die Kanne gegeben und nicht nur sie. An Weiberfastnacht hatte Julia so viele Amphetamine geschluckt, dass sie ins Krankenhaus musste. Sven ist seit Tagen nicht mehr an der frischen Luft gewesen, da er nur noch Computerspiele macht. Und der 60-jährige Rentner ist wiederholt betrunken Auto gefahren, und seine Frau ist medikamentenabhängig. Meldungen wie diese, die  zwar in diesem Fall fingiert sind, gehören zum gesellschaftlichen Alltag. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das schädliche Konsumverhalten von Jugendlichen und Senioren in der Euroregion-Maas Rhein (EMR) beunruhigend ist, und deshalb gibt es auch eine anonyme Online-Umfrage über dieses schädliche Verhalten in der Großregion, an der auch der Caritasverband Westeifel beteiligt ist.

Zwei Gruppen stehen bei der Gesundheitsumfrage im Fokus: junge Leute von zwölf bis 26 Jahren und die Älteren ab 55 plus – sie gelten als Risiko-Gruppen. Die jungen Menschen, weil sie noch nicht so gefestigt sind, die Älteren, weil sich ihr Leben im Alter stark verändert. Die Jüngeren werden zu ihrem Konsum  von Alkohol, Cannabis und Gaming (Computerspiele) befragt, die Älteren  nach ihrem Alkohol- und Medikamenten-Konsum.

Bislang haben nur sehr wenige an der anonymen Umfrage teilgenommen. „Leider sind die Rückläufe in unserem Bereich noch nicht so, wie wir uns das wünschen“, sagt Josef Fuchs, der beim Caritasverband Westeifel zuständig ist für Suchtprävention; Sucht- und Drogenberatung. Ziel ist es, 400 Teilnehmer aus jede der beiden Gruppen für die Umfrage zu gewinnen, die bereits seit 1. September 2018 im Internet möglich ist. Tatsächlich haben von den Jugendlichen lediglich hundert den Fragebogen ausgefüllt, bei den Älteren ab 55 plus sind es nur 70 Teilnehmer – bis jetzt. Josef Fuchs hofft, dass es im Endspurt – bis Ende Januar – noch ein paar mehr werden. Dabei geht es in erster Linie darum, die Selbstverantwortung des Einzelnen zu stärken. Es geht nicht um den erhobenen Zeigefinger.

Fuchs glaubt, dass es bei den Älteren auch die Online-Barriere ist, die viele davon abhält, den Fragebogen auszufüllen. Nicht jeder Ältere ist im Internet aktiv. Natürlich spricht auch nicht jeder gern über sein Konsumverhalten, zumal wenn es möglicherweise schädlich ist.

„ Sucht ist Thema unserer Gesellschaft“, sagt Fuchs, der mit den negativen Folgen seit über 35 Jahren konfrontiert ist. Beim Rauchen hat ein Imagewechsel stattgefunden, beim Alkohol sei man davon noch weit entfernt. Und Cannabis habe eine hohe Anziehungskraft. Und dabei müsse man bedenken, dass der Gehalt von THC sehr viel höher ist als früher, und damit sei das Risiko für Angst- und psychose-ähnliche Zustände auch größer. Fuchs arbeitet mit einer Art Ampelsystem: Grün steht für die Komfortzone, gelb für die Risikozone und rot für die Gefahrenzone. Und jeder kann selbst einschätzen, in welcher Zone er sich selbst befindet. Der Diplom-Sozialpädagoge hofft, dass sich noch weitere Teilnehmer finden, die mithelfen, für die  Präventionskampagne Daten über Konsumverhalten zu sammeln, in dem sie den Fragebogen ausfüllen.

Die Angaben sind anonym und vertraulich, es werden keine Namen mit den Antworten verknüpft. Die Umfrage dauert zehn Minuten.

www.healthsurvey.eu