Zwei Speicherer im Rennen
Heinz Boden ist begeisterter Billardspieler. Sein Hobby jungen Menschen zu vermitteln, ist sein Lebensinhalt. Auch er schaffte es in die Endrunde der Aktion "Helden im Alltag". Ein Urgestein der Speicherer Heimatforschung ist Werner Streit. Seine Sammlungen als Objekte und Schriftstücke der Nachwelt zu erhalten ist sein Ziel, das er in der Gründung des Heimatmuseums bereits verwirklichte.
Speicher. Er ist selbst seit vielen Jahrzehnten leidenschaftlicher Billardspieler und hat seine Freude daran, dieses Spiel an andere zu vermitteln: Heinz Boden aus Speicher trainiert ehrenamtlich seit zwei Jahren mit Leib und Seele "seine Jungs". Mädchen gibt es noch keine in der Billardspielgemeinschaft Speicher.
Aber er ist zuversichtlich, dass auch das weibliche Geschlecht sich für Queue und Kugel interessieren wird, wenn der Raum in der ehemaligen Töpferei mal fertig renoviert ist. Auch da ist Rentner Heinz Boden mit Leib und Seele dabei und opfert seine Zeit, um täglich auf der Baustelle tatkräftig aktiv zu sein.
In etwa zwei bis drei Monaten soll der Billardraum genutzt werden können. Und dann "kann jeden Tag gespielt werden", freut sich der fast 65-Jährige, denn zurzeit muss die Gruppe noch in Dreis bei Wittlich üben und das nur zwei Mal die Woche. Dabei geht es nicht um das bekannte Pool-Billard; vielmehr ist das anspruchsvolle und weniger verbreitete Karambolage-Spiel mit nur drei Kugeln Bodens Stärke. Und darauf legt er besonderen Wert. "Hierbei wird höchste Konzentration und die Fähigkeit des räumlichen Sehens gefordert", sagt der Experte.
Dass er diese Sportart den Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die derzeit die Gruppe besuchen, auch in kürzester Zeit vermitteln kann, beweist das Nachwuchsturnier der Bezirksliga im vergangenen Jahr, bei dem die Jugendlichen bereits zweite und dritte Plätze belegen konnten und schon jetzt zu den besten Spielern zählen.
"Es macht mir sehr viel Spaß und ich würde meine Jungs vermissen, wenn wir nicht mehr spielen könnten", sagt Heinz Boden. Und außerdem haben seine Schützlinge eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und sind in der alten Töpferei gut aufgehoben, betont der Billardfreund.
Speicher. Seine Sammelleidenschaft begann in frühester Jugend und lässt auch mit 83 Jahren noch nicht nach. Als Student hat er bereits Akten aus Archiven abgeschrieben, um sie irgendwann einmal verwerten zu können. Kein Wunder, dass Werner Streit aus Speicher sich schon immer für die Einrichtung eines Heimatmuseums einsetzte.
Und vor 20 Jahren ging sein Traum in Erfüllung. Im ehemaligen Rathaus konnte er seine Schätze endlich unterbringen und der Öffentlichkeit präsentieren. Bis heute hat sich allerdings so viel verändert, "dass der Name Heimatmuseum eigentlich nicht mehr passt", sagt Streit.
Ein besserer Name für das inzwischen überregional bekannte Museum mit den vielfältigen, mehr als 50 Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen sei eher "Haus der Eifelgeschichte" oder "Haus der Kultur".
Er muss es wissen, denn seit 20 Jahren leitet der ehemalige Kaufmann Werner Streit im Sinne der geistigen Güter ehrenamtlich dieses Haus und wird nicht müde, immer wieder aufs Neue Broschüren mit Themen der Heimatgeschichte zu verfassen. Die neuesten Auflagen enthalten Gedichte von Maria Anna Merland. Alle Erlöse fließen in den Erhalt des Museums.
Neben der Leitung des Heimatmuseums steht Streit auch an der Spitze des "Heimatkundlichen Arbeitskreises in der Verbandsgemeinde Speicher" und hält zudem noch die Fäden in der Hand beim Arbeitskreis Heimatmuseum, der seit der Gründung des Museums besteht. Dabei stehen ihm ehrenamtliche Helfer zur Seite, so dass das Haus auch sonntags geöffnet sein kann.
Das Heimatmuseum ist Streits Lebenswerk und hat auch in Zukunft neben seiner Ehefrau Anneliese oberste Priorität. "Und wenn es nicht mehr geht, dann hört es von selbst auf", lacht Werner Streit.