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Zwei Stunden, 42 Prozent, zehn Konkurrenten

Zwei Stunden, 42 Prozent, zehn Konkurrenten

Die Kreis- und Gebietskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" haben die Wolsfelder bereits überzeugt. Nun ist die Jury auf Landesebene an der Reihe. Diese hat gestern die Gemeinde besucht.

Wolsfeld. Dass die Eheleute Nicole und Carlo Sente-Ligbado ausgerechnet in Wolsfeld gelandet sind, haben sie ihrem Hund zu verdanken. "Wir sind durch Zufall beim Durchfahren irgendwann hier im Ort stehen geblieben, weil der Hund Gassi musste", sagt Carlo Sente-Ligbado, "und dann haben wir das wirkliche Wolsfeld kennengelernt." Das wirkliche Wolsfeld sind für das Ehepaar die vielen historisch wertvollen Gebäude im alten Ortskern. Die beiden haben inzwischen einige unter Denkmalschutz stehende Häuser im Ort renoviert, unter anderem auch das Schloss Wolsfeld, in dem sie jetzt leben. Man könnte sagen, Nicole und Carlo Sente-Ligbado sind in Wolsfeld angekommen.
Letzteres kann man von der Bewertungskommission des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" auch sagen. Der Unterschied zwischen der Jury und dem Ehepaar ist allerdings der, dass die Jury in Wolsfeld nicht sesshaft werden will. Denn die Kommission, die seit Ende August die 23 Teilnehmergemeinden des Landes bereist, hat für jeden dieser Orte genau zwei Stunden eingeplant. Also wenig Zeit, wenn man viel zu erzählen hat. Entsprechend eilig rattert Ortsbürgermeister Heinz Junk deshalb nach der kurzen Begrüßung im Feuerwehrgerätehaus die Besonderheiten seiner Gemeinde runter. Danach machen sich alle auf den Weg.
Vorneweg der Ortsbürgermeister, der alles erklärt, zwischendurch immer wieder auf die Uhr schaut, um festzustellen, dass ihm die Zeit davonläuft. Und zwar so sehr, dass er seinen Bruder Josef Junk, Bürgermeister der VG Bitburger Land, schon mal damit beauftragt, den Stehtisch und den Schnaps in den Hof zu stellen. Schließlich gehören zu Wolsfeld nicht nur die historische Bausubstanz, das rege Vereinsleben, die überdurchschnittlich junge Bevölkerung, die Naturreize und der ausgeglichene Haushalt, sondern auch die Brennereien im Ort.
Eine davon betreibt der Ortsbürgermeister. Daher führt die Exkursion zwangsläufig auch über den Hof des Gemeindechefs, wo dessen Bruder bereits - ganz wie ihm aufgetragen wurde - die ersten Gläser mit 42-Prozentigem gefüllt hat.
Ob der Einsatz der Eifeler Mirabelle das Ergebnis positiv beeinflussen kann, wird sich bald zeigen. Noch bis kommenden Mittwoch ist die Jury unterwegs, dann werden die Sieger ermittelt. Sollte Wolsfeld es schaffen, so wäre die Gemeinde automatisch für den Bundesentscheid 2016 qualifiziert.
Auch Meckel tritt an


In diesem Wettbewerb wartet bereits ein weiterer Bruder der Familie Junk, nämlich Johannes Junk. Er ist Ortsbürgermeister des Nachbarorts Meckel, der sich schon im vergangenen Jahr für den Bundeswettbewerb qualifiziert hat. Es könnte also durchaus sein, dass die beiden Brüder im Bundesentscheid aufeinandertreffen. Allerdings außer Konkurrenz. Denn die Gemeinde Meckel tritt in der Hauptklasse an, wohingegen Wolsfeld aufgrund seiner bereits erfolgreichen Teilnahme am Landeswettbewerb vor einigen Jahren nun in der Sonderklasse teilnimmt. Dort muss sich Wolsfeld zunächst einmal gegen zehn weitere Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz durchsetzen.