Zweifelscheid hat finanzielle Sorgen

Kommunales : Es läuft vieles gut und manches schief

Zweifelscheid (ma) Das Bahnhofsgebäude in Zweifelscheid wurde 1970 gesprengt. Und das bedauert Ortsbürgermeister Wilfried Balmes noch heute. Wenn einer stolze 35 Jahre Ortsbürgermeister ist, dann hat er viel zu erzählen über den Ort an der Enz, in der Verbandsgemeinde Südeifel mit den Ortsteilen Engelsdorf, Juckerstraße und Kokelsnaak.

Die Gemeinde hat das Gelände von der Deutschen Bahn gekauft. Heute führt dort ein Radweg vorbei, und auf dem einstigen Bahnhofsgelände befindet sich ein Spielplatz. „Letztes Jahr haben wir dort eine neue Wippe installiert sowie zwei Relax-Liegen aufgestellt“, sagt Balmes. Dort können die Radler entspannen, die beim „Lustigen Enztal“ mitmachen. Für Wilfied Balmes ist das eine sehr gute Aktion – und: „Die Strecke kann man locker fahren, es gibt eine maximale Steigung von fünf Prozent“, sagt er. Zudem sind für das Frühjahr Wander- und Radtouren in Planung. Der Tourismus hat für den Ort Bedeutung. „An manchen Tagen haben wir mehr Gäste als Einwohner“, sagt Balmes. Das liege auch daran, dass ein Unternehmer aus Düsseldorf – mit Wurzeln in der Eifel – alte Häuser aufgekauft und renoviert habe. So könne er 64 Betten für Urlauber zur Verfügung stellen. Und die schätzen die Ruhe in Zweifel­scheid, wo etwas mehr als 50 Zweifelscheider leben.

Der Name Zweifelscheid hat nichts mit dem Zustand der Unentschiedenheit – dem Zweifel – zu tun, wie man vermuten könnte. „Zweifel kommt von „zwee Feld“ also zwei Felder und Scheid leitet sich von gerodeter Waldfläche ab“, so erklärt es der Ortschef. Und „Kokelsnaak“ ist nicht etwa eine holländische Enklave, sondern heißt so viel wie gemütliche Ecke. Außerdem gibt es eine gute Dorfgemeinschaft, ein Helferfest für die, die beim Lustigen Enztal mit anpacken, einen monatlichen Dorftreff, das Burgbrennen  und so viele junge Leute und Kinder im Ort, wie lange nicht, sagt der Ortsbürgermeister. Und zum Glück gibt es keine Leerstände. Aber zufrieden sei er dennoch nicht, so der 67-Jährige. Zum einen sorgt er sich um die ärztliche Versorgung, und zum anderen ums Geld. „Es fehlen Steuereinnahmen. Nach Abzug der Umlagen bleibt nicht viel übrig, wir machen jedes Jahr Schulden. Da läuft was schief“, sagt Balmes. Was nicht an den Gemeinden und ihren Vertretern liege. Was seine kommunalpolitische Zukunft angeht, da hat er sich Gedanken gemacht. Er klebt nicht an seinem Posten, und hält einen Wechsel für gut: „Es muss auch mal anders gedacht werden“. Nach 35 Jahren sei man eingefahren. Eine Mitarbeit als einfaches Ratsmitglied sei denkbar.

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