Zweite Runde im Streit um Energieagentur

Zweite Runde im Streit um Energieagentur

Während einige Kommunen dem Klimaschutz-Konzept der Energieagentur Trier bereits zugestimmt haben, ist das in Bitburg umstritten. Hauptziel des Konzepts ist es, dass in der Region bis 2050 mehr grüner Strom produziert als verbraucht wird. Der Stadtrat beschäftigt sich zum zweiten Mal mit dem Thema.

Was als reine Formsache auf dem Tisch lag, provozierte im Bitburger Stadtrat zuletzt eine hitzige Debatte: die Frage, ob Bitburg dem Klimaschutz-Konzept der Energieagentur Trier (siehe Extra) zustimmt. Die Extrempositionen der Diskussion, die sich in der Ratssitzung im Mai entfachte ( der TV berichtete), markierten Peter Wagner (CDU) und Christian Thurner (Grüne).

Harte Positionen, klare Fronten

"Diese Agentur ist ein überflüssiger Kropf. Es gibt genug Kompetenz vor Ort", wetterte Wagner, wohingegen Thurner beklagte: "Dass wir hier über den Einsatz unabhängiger Berater streiten, ist ein Unding. Bitburg ist energiepolitisch noch Steinzeit." Was die Agentur mit ihrem Konzept will, hat sie auf 150 Seiten ausformuliert. Im Kern geht es darum: Bis zum Jahr 2050 soll in der Region Trier mehr grüner Strom produziert als verbraucht werden.

Dazu soll zum einen der Stromverbrauch gedrosselt werden und zum anderen regenerative Stromquellen wie etwa die Windenergie ausgebaut werden. Potenzial sieht die auch in Photovoltaikanlagen und einer besseren Nutzung der Wärme von Biogasanlagen. Kommunen, die dem Konzept zustimmen, können sich von Energiemanagern der Agentur beraten lassen, die etwa den Stromverbrauch in Verwaltung und Schulen messen, um Sparvorschläge zu machen oder helfen, die Straßenbeleuchtung effizienter zu gestalten.

Worin genau Bitburgs Beitrag zu mehr Klimaschutz bestehen könnte, muss sich noch zeigen. Das Konzept macht zwar allgemeine Vorschläge, benennt aber kein konkretes Projekt, das eine beitretende Kommune umsetzen müsste. In erster Linie geht es also um Beratung, und die wäre für Bitburg nach einem Beitritt kostenlos.

Deshalb argumentierte Bürgermeister Joachim Kandels zuletzt auch: "Wir können uns doch mal beraten lassen. Was wir umsetzen, haben wir dann doch immer noch in der Hand." Doch so einfach lässt sich Bitburg nicht beraten. Die Skepsis gegenüber einer - von Landkreisen mitfinanzierten - unnützen Agentur ist groß. Am Ende der hitzigen Debatte entschied der Stadtrat auf Antrag der CDU-Fraktion, das Thema zu vertagen und erst erneut wieder zu beraten, wenn ein Vertreter der Agentur Rede und Antwort steht.Heute, 30. Juni, 17 Uhr, erklärt der Leiter der Energieagentur Trier, Achim Hill, dem Bitburger Stadtrat in der öffentlichen Sitzung im Rathaus den Sinn und Nutzen der Agentur und des Klimaschutz-Konzepts.

Energieagentur Region Trier:
Die Agentur wurde Anfang 2010 als GmbH gegründet. Gesellschafter sind: Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg, Vulkaneifelkreis, Eifelkreis, Stadt und Stadtwerke Trier, RWE, Handwerkskammer und der Förderverein der Agentur. Die Agentur berät Kommunen, private Bauherren und Firmen zu Energieeffizienz und -einsparung sowie zu Fragen rund um erneuerbare Energien. Sie entwickelt und begleitet entsprechende Projekte und beantragt Fördermittel. Die Agentur ist mit drei Fachkräften und einer Sekretärin besetzt.
Zugestimmt haben dem Klimaschutz-Konzept der Agentur bisher von den insgesamt 30 Kommunen in der Region Trier zwölf: Einheitsgemeinde Morbach, die Städte Trier und Wittlich sowie die Verbandsgemeinden Bitburg-Land, Daun, Hermeskeil, Kell am See, Konz, Kyllburg, Saarburg, Thalfang und Trier-Land.

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