Zweiter Kultursommer Speicher again Speicher

KULTUR : Kurse, Konzerte und Ausstellungen beim zweiten Kultursommer Speicher

Der Kultursommer Speicher wartet mit einem interessanten und hochkarätig besetzten Programm auf, das sowohl Profis als auch Laien anspricht. Bisher sind die Veranstalter sehr zufrieden mit der Resonanz.

(chb) Zeichnungen und Collagen liegen auf dem Boden eines Raums im Plein-Wagner-Haus in Speicher. Davor stehen Kursteilnehmer und Anna Bulanda-Pantalacci, Professorin an der Hochschule Trier im Bereich Gestaltung und Preisträgerin des Akademiepreises des Landes Rheinland-Pfalz. Anna Bulanda-Pantalacci leitet den Kurs „Von der Zeichnung zum Bild“. Die Teilnehmer hören ihr gespannt zu. Leidenschaftlich und sehr konzentriert erklärt sie, worauf es ankommt, und lässt die Teilnehmer auch gleich ausprobieren. Auf Nachfragen geht sie geduldig ein, und schnell entstehen erste Ideen für neue Kollagen.

Der Kultursommer Speicher, zu dem auch dieser Kurs gehört, findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde Speicher und dem Verein „again Speicher.“

Seit dem 1. Juni ist er im Gange. Fotoausstellungen, offene Keramikwerkstätten, Konzerte, Vorträge und Kurse, beispielsweise Porträtzeichnen, Abenteuer Erdfarben und ein Keramikkurs mit Grundkenntnissen haben schon stattgefunden. Marie Senfleben-Gudrich, von „again Speicher“ berichtet: „Der Kultursommer wird sehr gut angenommen. Bei den offenen Keramikwerkstätten gab es so viele Anfragen, da musste ich schon Personen absagen.“

Neben Marie Senfleben-Gudrich organisieren ihre Tochter Lea Gudrich, Anna Bulanda-Pantalacci und Steff Becker den Kultursommer. Senfleben-Gudrich: „Durch die Vernetzung der Mitglieder mit internationalen Künstlergruppen können wir hier auch professionelle Künstler ansprechen, die hier Ruhe und Raum finden, um ihre Kreativität auszuleben.“

Neu dazugestoßen ist in diesem Jahr Steff Becker, ein erfahrener Trierer Musiker und Künstler, der in vielen Formationen der Region aktiv ist und ebenfalls über viele Kontakte verfügt. Er ist für die Konzerte zuständig, die bisher sehr gut besucht waren.

Marie Senfleben-Gudrich sagt: „Bei den beiden großen Konzerten, das eine mit Steff Becker selbst, das andere mit Helena Thiel und Susi Studentkowski, waren mit etwa 300 Gästen sehr gut besucht. Das ist für uns eine sehr große Unterstützung, wenn sich jemand, wie Steff Becker, der in der Musikszene gut vernetzt ist, dabei ist.“

Die  Raku-Brenntage am 27/28 Juli bei denen Keramik am offenen Feuer entsteht, waren schnell ausgebucht. Im August wird es um Naturkosmetik gehen, eine Werkstatt Farbe für Erwachsene, Konzerte mit Rainer Wollmann und Danny Geib sowie das Festival „again Speicher“ geben, zu dem internationale Künstler in Speicher sein werden. Ein Abschlusskonzert mit Flott Fott und eine Abschlussveranstaltung stehen ebenfalls noch auf dem Programm.

Im nächsten Jahr soll es wieder einen Kultursommer in Speicher geben. Dann sollen wieder Laien und professionelle Künstler und Musiker hier in Kursen lernen oder auftreten.

Das Konzept, regionale und internationale Geschichte, Musik, Kreativität, Kunst sowie Fortbildungen zu verknüpfen, wird weiterverfolgt. Senfleben-Gudrich erklärt: „Die Grundstruktur soll erhalten bleiben. Wir würden unsere Öffentlichkeitsarbeit gerne ausbauen. Mehr Werbung wäre wichtig, damit die Menschen darauf aufmerksam werden, was sich hier entwickelt.“ Früher wurden in dem Fabrikgebäude, Plewa-Rohre und Salzbrandtöpferwaren hergestellt.

Viele Formen zur Herstellung religiöser Gegenstände finden sich noch im Plein-Wagner-Haus. Sie werden von den Künstlern weiter genutzt, mit veränderten Ansichten (linkes Foto). Anna Bulanda-Pantalacci mit ihren Kursteilnehmern beim Kultursommer Speicher (rechtes Foto). Foto: Christina Bents

Jetzt haben hier Kunst und Kultur Einzug gehalten. Und durch den Platz und die Ruhe können sich sogar Musiker oder Künstler für Wochenenden einmieten. Möglich ist das nur durch die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und durch die Unterstützung der Brüder Plein, denen das Gebäude gehört. Das freut Senfleben-Gudrich: „Die Brüder Plein engagieren sich sehr. Sie übernehmen einiges an Kosten, bauen jetzt eine Heizung ein. Das ist schon toll.“ Weiter sagt sie: „Denn ohne die vielen Sponsoren, darunter viele Firmen aus dem Ort, und die Helferinnen, die sich um die Bewirtung kümmern, ginge es nicht.“

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