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Zwischen Bauarbeitern und Römern

Zwischen Bauarbeitern und Römern : Archäologen begleiten Straßenaubau in Bitburg

Zwei archäologische Grabungstechniker sollen den Ausbau der Kölner Straße und die Neugestaltung des Bereichs um die Liebfrauenkirche durchgehend begleiten.

Gut 56 000 Euro steuert das Land bei, die restlichen 144 000 der insgesamt 200 000 Euro übernehmen die Stadt sowie die Stadtwerke Bitburg. Sowohl der Bau- als auch der Werksausschuss haben dem zugestimmt. Und finanziert werden damit im Rahmen eines Investorenvertrags zwei Grabungstechniker, die ab April anderthalb Jahre lang die anstehenden Arbeiten in der Kölner Straße sowie rund um die Liebfrauenkirche archäologisch betreuen sollen. Hintergrund ist der, dass der Bereich Liebfrauenkirche vollständig und die Kölner Straße zumindest teilweise im Grabungsschutzgebiet Römisches Kastell liegt.

Die rheinland-pfälzische Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) geht davon aus, dass bei den Arbeiten Reste einer spätrömischen/frühmittelalterlichen, befestigten Gruppensiedlung (Castrum) und von Bestattungsplätzen im Umfeld zum Vorschein kommen könnten.

Dieses Castrum wurde im vierten Jahrhundert in den Kernbereichen des früh- und mittelkaiserzeitlichen Vicus Beda, einer an der römerzeitlichen Straße Trier-Köln errichteten, dorfartigen Siedlung, angelegt (siehe Info). Es übte, wie schon der vorangegangene Vicus, Aufgaben als Etappenort an der überregional bedeutsamen Straße Trier-Köln aus und war gleichzeitig politisches, wirtschaftliches, religiöses und kulturelles Mittelzentrum für das umliegende Gebiet. Zusätzlich übernahm das Castrum als befestigter Platz Aufgaben in der militärischen Organisation der gallisch-germanischen Provinzen.

Die Gruppensiedlung war kontinuierlich über den im späten fünften Jahrhundert erfolgten Zusammenbruch der römischen Verwaltung hinaus besiedelt und bildete damit auch die Keimzelle des mittelalterlichen Bitburgs.

Die GDKE rechnet also fest damit, dass im Zuge der Neugestaltung des Platzes um die Liebfrauenkirche archäologische Funde aus der Römerzeit und dem Mittelalter zutage kommen werden. Ähnliches gilt auch für die Kölner Straße. Dort wird unter anderem davon ausgegangen, dass man bei den Kanalarbeiten auf mittelalterliche und römerzeitliche Straßenschichten stoßen wird.

Aufgabe der Grabungstechniker wird es sein, die in verschiedene Bauabschnitte eingeteilten Arbeiten permanent zu begleiten. Anfang April sollen die Grabungen im Bereich der Liebfrauenkirche starten, ab Mitte April geht es dann voraussichtlich mit dem ersten Abschnitt in der Kölner Straße weiter.