Zwischen Politik und kölscher Musik
Arzfeld/Biesdorf · Drei Stunden Freude versprechen die Dompiraten mit ihrer Weihnachtsshow. Stimme der Partyband aus Biesdorf ist Andreas Kruppert, der als Bürgermeister einer Verbandsgemeinde auch die Bühne der Kommunalpolitik rockt.
Arzfeld/Biesdorf. Wenn Andreas Kruppert in sein Büro im Rathaus in Arzfeld kommt, gehören Anzug und Krawatte dazu. Als Bürgermeister der Verbandsgemeinde erwartet man von ihm einen seriösen Auftritt. Genau das Wort Auftritt ist in seinem Leben so wichtig. Denn der gebürtige Biesdorfer ist auch Sänger der Partyband Dompiraten. Zusammen mit den anderen drei Bandmitgliedern - Dominik Nieß, Michael Karpen und Christian Wirtz - tourt er das ganze Jahr durch die Region. Auf der Bühne ist er einfach der Andi oder Kruppi. Der blonde 34-Jährige zieht dann seine beigefarbene Piraten-Jacke aus Brokatstoff an und lässt das Publikum mit kölschen Liedern und Partyschlagern tanzen. "Auf der Bühne kriege ich einen freien Kopf", sagt Kruppert, "es ist ein perfekter Ausgleich zu meinem verantwortungsvollen Job als Bürgermeister."
Idee kam vor zehn Jahren
Vor zehn Jahren ist die Idee zu einer kölschen Band entstanden. Damals spielten die vier Dompiraten in einer Rockband, Kruppert war Schlagzeuger. Die vier kannten sich schon seit der Schulzeit in Biesdorf. Neben Iron Maiden und Deep Purple schlug Krupperts Herz schon damals für kölsche Musik und den Karneval. "Ich habe auch die anderen angesteckt", sagt er. Dann hat er für eine Kappensitzung in Biesdorf die Dompiraten ins Leben gerufen. Kruppert erinnert sich ganz gut an den ersten Auftritt, "wir waren schon angespannt, das war plötzlich ganz neu". Von seinem Platz hinter dem Schlagzeug rückte er plötzlich nach ganz vorne ins Rampenlicht - als Sänger. "Ich wusste, dass ich singen kann, aber trotzdem war es ungewohnt", sagt er. "Es hat mir gleich gut gefallen, und nach den ersten Auftritten habe ich auch Gesangsunterricht genommen." Größter Fan seiner Stimme ist nun seine kleine Tochter. "Marlena will keine Schlaflieder hören, sondern unsere Stücke", erzählt Kruppert lachend. Die Dompiraten sind eine erfolgreiche Band mit bis zu 70 Auftritten im Jahr geworden. "Meine Arbeit leidet aber nicht darunter", erzählt der Sänger. Seit 2007 ist er VG-Bürgermeister und besteht darauf, seine zwei Leidenschaften zu trennen. Deswegen tritt er nicht in der VG Arzfeld auf. "Dort springt mein Bruder für mich ein", sagt Kruppert. "Die anderen Bandmitglieder helfen mir auch sehr viel, wenn ich zu viele Termine habe."
Die Erfahrung auf der Bühne hat ihm sogar geholfen: "Ich habe gelernt, vor Leuten selbstsicher aufzutreten und mich in unbekannten Situationen schnell zurechtzufinden."
Natürlich sei Karneval die heißeste Zeit für die Band. "Seit vergangenem Jahr haben wir aber auch für Weihnachten etwas Besonderes ", erzählt Kruppert. Ab Dezember (siehe Extra) sind die Dompiraten mit einer Weihnachtsshow auf Tour. Mit klassischen Liedern wie "Oh Tannenbaum" oder "verweihnachteten" kölschen Liedern wollen die Seeräuber drei Stunden Fröhlichkeit schenken. Sie versprechen mitreißenden Auftritt mit Lichtershow, neuen Kostümen und Videoprojektionen. "Mehr will ich aber nicht verraten!"
Extra
Mit der Tour "Kölsch meets Christmas" sind die Dompiraten im Dezember unterwegs. Wie im Vorjahr unterstützen sie die regionale Hilfsorganisation "Helfen mit Herz", die sich um Familien in Not kümmert. Sonntag, 8. Dezember, 19 Uhr, Birresborn, Hotel zur Krone. Freitag, 13. Dezember, 18 Uhr, Bitburg, Weihnachtsmarkt an der Stadthalle. Samstag, 14. Dezember, 20 Uhr, Osburg, Vereinshaus MGV. Sonntag, 15. Dezember, 19 Uhr, Bleialf, Saal Zwicker-Scheer. Freitag, 20. Dezember, 20 Uhr, Körperich, Gaytalhalle. bc